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  • Für ein glaubwürdiges Radio.
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5 Jahre gegen Lug und Trug im Radio

Auf den Tutzinger Radiotagen 2007 wurde fair radio ins Leben gerufen.
Eine Erfolgsgeschichte. Ein Rückblick.

„Der Schock saß tief darüber, wie wir Radiomacher mit unserem Medium umgehen und wie wir es täglich ‘verkaufen’”, fasst Udo Seiwert-Fauti die engagierten Diskussionen mit Berufskollegen während des Hörfunk-Seminars zusammen.

Der Anfang: erste Aufzeichnungen zum Tutzinger Appell von Udo Seiwert-Fauti

Notizen aus dem Kreißsaal: Erste Aufzeichnungen zum Tutzinger Appell von Udo Seiwert-Fauti

Dieses Zitat aus dem hörfunker-Gründungsbericht vom 07.08.2007 fasst den Anstoß für fair radio wunderbar zusammen.

Denn nach einer emotionalen und bewegenden Gesprächsrunde kam ein gutes Dutzend Hörfunker zu dem Schluss: So kann es nicht weiter gehen.

Mogeleien bei Gewinnspielen, vorgegaukelte Live-Reportagen und –Interviews sowie versteckte PR im redaktionellen Teil von Sendungen – das darf nicht sein, wenn man seine Glaubwürdigkeit als Radiomacher erhalten möchte.

Der „Tutzinger Appell“ war geboren. Unser Ethik-Leitfaden mit sechs Grundregeln für (auf)richtiges Radio.

Das Ziel: Kollegen über fragwürdige Verfahren zu informieren, Hörer aufzuklären und mit klaren ethischen Verstößen an die Öffentlichkeit zu gehen.
Bis heute haben wir damit viel erreicht:

Viele Medien haben die Arbeit von fair radio ernst genommen und haben darüber berichtet und immer wieder haben wir Fragwürdiges öffentlich gemacht.

    • So teilte die Landesmedienanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen unsere Ansicht über Schleichwerbung bei Radio Kiepenkerl und rügte den Sender.
    • Report Mainz berichtete über PR im Hörfunk. Es ging es um gekaufte Beiträge des Bundesgesundheitsministeriums, also um politische Einflussnahme. Insider haben in diesem Bericht über das Thema gesprochen. fair radio hatte die entscheidenden Hinweise geliefert.
    • fair radio berichtete als einziges offen über die „Saubermänner mit schmutzigen Tricks„. Anlass: Der vermeintliche Skandal um einen angeblichen Sexurlauber, der sich angeblich von Antenne Bayern seine Vergnügungen zahlen lassen wollte. Dass solche vermeintliche „Skandale“ als Schlagzeilen- und Empörungsmaschine genutzt werden, blieb bei andere großen Medien unerwähnt.

Als fair radio mit solchen Schilderungen und Verstößen an die Öffentlichkeit ging, gefiel das den jeweiligen Verantwortlichen nicht wirklich. In den meisten Fällen wurde auch der Dialog abgelehnt. Stattdessen wurden Anwälte vorgeschoben, die das „Problem“ beseitigen sollten. Doch unsere Anschuldigungen waren und sind nie aus der Luft gegriffen.

Außerdem hat fair radio über die Jahre auch viele postive Beispiele gesammelt:

    • Wir haben über DAS DING berichtet, einen Sender der beweist: Es geht auch ohne aufgezeichnete und nachgestellte Pseudo-Live-Interviews. Die DINGER moderieren vorher eingeholte Antworten einfach korrekt als Statements an.

Zum Geburtstag dann die Überraschung: Die Macher von detektor.fm aus Leipzig haben die Thesen des Tutzinger Appells in ihren eigenen Redaktionskodex aufgenommen und arbeiten danach. Im Interview schilderten, wie das in der Praxis funktioniert:

Katharina Thoms im Gespräch mit den Machern von detektor.fm

fair radio-Frau Katharina Thoms im Gespräch mit den Machern von detektor.fm

Und wir machen weiter:

    • Wir werden auch unsere Mitarbeit an der Medienakademie Düsseldorf fortsetzen: Zweimal jährlich finden Expertengespräche über Ethik im Hörfunk mit Sandra Müller und Katharina Thoms statt. Im nächsten Kurs wird FAIR RADIO-Unterstützer Lennart Hemme die Fragen der Volontäre beantworten. An der Medienakademie werden die Volontäre der NRW-Radios ausgebildet.
    • Und wir werden in unserem Ethik-FAQ weiterhin ganz praktische und alltagstaugliche Tipps sammeln, wie Radiomacher sich in ethisch zweifelhaften Situationen verhalten können.

Bleibt die Frage: Bekommt der Hörer eigentlich mit, wenn und wann er verschaukelt wird? Oder ist ihm das egal oder fühlt er sich wirklich hintergangen?
Derzeit entsteht an der Hochschule Mittweida dazu eine Bachelor-Arbeit über „Ethik im Radio“. Ein Student wird unter anderem untersuchen, wie akzeptiert Regelverstöße bei Hörer sind. Wir unterstützen diesen Studenten bei dieser Tätigkeit.

FAIR RADIO - einfach mal drüber nachdenken...Unser Fazit: Sicherlich gibt es immer noch viele fragwürdige Verfahrensweisen in Redaktionen oder in Radioprogrammen. Die Frage nach der Glaubwürdigkeit spielt eine wichtigere Rolle denn je. Und fair radio wird sich weiter für den Erhalt der Glaubwürdigkeit einsetzen.

Übrigens: Sie können die Initiative dabei unterstützen. Erzählen Sie darüber, treten Sie bei Fragen mit uns in Kontakt und informieren Sie sich auch über Facebook und Twitter über unsere Tätigkeiten.

Und natürlich an dieser Stelle: Danke an alle Unterzeichner, Helfer und Fans, die uns über die fünf Jahre begleitet und untersützt haben. Machen Sie fair radio und den Inhalt des Tutzinger Appells bekannt. Ein fair radio sind wir unseren Hörern schuldig!

0 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. 5 Jahre gegen Lug und Trug – gut das es euch gibt.

    Jedoch wird seit der Einführung des Formatradios der Hörer täglich um sein Recht auf ein abwechslungsreiches Programm gebracht. Hier findet auch Betrug statt.

    Ich wiederhole hier meine Forderung nach Punkt 7 im Tutzinger Appell (http://www.fair-radio.net/www/2008/11/22/fair-radio-und-das-thema-musik-im-horfunk/). Radio muss ganzheitlich betrachtet werden. Was nützen saubere Nachrichten und Gewinnspiele, wenn sich die Hörer vor lauter Einheitsbrei dem Medium Radio abgewendet haben?

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