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Das Jubiläum, die Glaubensfrage und die Geburtstagsüberraschung

Gedanken zu den Radiotagen in Tutzing

FAIR RADIO bei den 9. Tutzinger Radiotagen

Endlich mal raus aus dem Redaktionsalltag, neue Kollegen kennen lernen und die Radiotrends verfolgen. Das geschieht einmal im Jahr, wenn die sogenannten „Radiomacher“ – Volontäre, Redakteure, Moderatoren, Chefs vom Dienst, Programmverantwortliche und sogar Geschäftsführer – den Weg nach Tutzing am Starnberger See auf sich nehmen und in der Akademie für Politische Bildung den „Radiotagen“ beiwohnen.

Im Grunde handelt es sich hier um ein Klassentreffen der Radiobranche. Und dabei mischen sich die Youngster unter die alten Hasen, die „Privaten“ unter die Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Nicht zu vergessen die wissbegierigen Studenten und die Macher des Bürgerfunks in Deutschland.

Vor gut 5 Jahren wurde übrigens bei den Radiotagen der „Tutzinger Appell“ ausgerufen. FAIR RADIO hat die Arbeit – oder soll ich eher sagen den Kampf gegen den Verfall der ethischen Grundsätze im Hörfunk – aufgenommen. Eine sehr wichtige Arbeit – denn in jedem der darauffolgenden Jahre ging es bei den Radiotagen auch immer wieder um die Qualität im Radio und damit Verbunden um den ethischen Anspruch der „Radiomacher“.

„Der beste Mix: Stärken von gestern und Themen von morgen“

FAIR RADIO bei den 9. Tutzinger RadiotagenBeim diesjährigen Motto kommt einem auch schnell der Gedanke an Qualität und Glaubwürdigkeit in den Kopf. Wir Radiomacher müssen alles daran setzen, den Hörer fair zu behandeln. Klar, das geht nicht immer, aber allein das Nachdenken darüber ist doch der vielgelobte Schritt in die richtige Richtung.

Tutzing FM

Tutzing FM berichtet von den Radiotagen

Damit die Youngster den Weg gleich in die richtige Richtung einschlagen und sehen, wie die Wirklichkeit ist, haben junge Studenten aus Darmstadt „Tutzing FM“ ins Leben gerufen. Sie beschäftigen sich mit den Medien Radio, Internet sowie Video und bringen die Tutzinger Radiotage ins Netz. Auch jetzt noch, einige Zeit nach der Veranstaltung.
Sie wollen sich mit dem Dauerbrenner „Zukunft des Radios“ beschäftigen und sind bei ihren Vorbereitungen zu den Radiotagen auf FAIR RADIO und die Arbeit der Initiative gestoßen. Neugierig haben Sie dann bei den Teilnehmern der Tagung nachgefragt:

Fair Radio: Dringende Notwendigkeit oder vergebene Mühe?

Die Meinungen dabei gehen auseinander. Einige Teilnehmer können sich nicht erklären, warum der Tutzinger Appell nicht in jede Redaktion Einzug gehalten hat, andere sehen bei den öffentlich-rechtlichen Programmen die Rundfunkräte in der Pflicht, die Ethik zu beobachten.

Gedanken von Eva-Marie Mayer lesen Sie in diesem Artikel.

Es gab bei der 9. Auflage der Tutzinger Radiotage auch angenehme Überraschungen für FAIR RADIO-Unterstützer.

detektor.fm: „Live- und Jetzt-Charakter ist unersetzlich“

FAIR RADIO - einfach mal drüber nachdenken...Die Macher von detektor.fm aus Leipzig gehen im Umgang mit dem Hörer in Bezug auf Glaubwürdigkeit und Ethik sehr kritisch mit sich um.  Authentizität als Chance? – eine „Glaubensfrage“.
Christian Bollert und Marcus Engert stellen in ihrem Vortrag klar: Trennung von Entertainment und Journalismus ist ein Muss. Sie gehen sogar noch weiter: Trennung von Redaktion und PR. Sie haben die von FAIR RADIO vorgeschlagenen Regeln übernommen und ausgebaut. So ist in einem Kloster der eigene Redaktionskodex entstanden.

Das Video-Interview sehen Sie hier.

FAIR RADIO sagt Danke für dieses Geburtstagsgeschenk.

„Authentizität ist alles“

Ein weiteres Thema bei den Tutzinger Radiotagen sind Radionachrichten auf dem Prüfstand. Da ist sie wieder, die Glaubwürdigkeit, der Gedanke an ein FAIR RADIO. „Wir setzen und zu wenig mit dem Hörer / der Kundschaft auseinander“, war eine These auf dem Podium. Ist der Hörer wirklich so gutgläubig und manchmal auch – mit Verlaub – doof, so dass ihn sein Lieblingsradio verschaukeln kann?
Nein. Und er lässt sich auch nicht gerne verschaukeln. Und wenn er es mitbekommt, kann man die Glaubwürdigkeit sowieso vergessen.

Das sehen auch schon einige aber eben leider nicht alle Redaktionen so. Und so ist es toll zu hören, dass es auch Redaktionen mit dem Grundsatz „Wenn es nicht live ist, verkaufen wir es auch nicht als live“ gibt. Das lässt doch hoffen.

Akademie für Politische Bildung in TutzingDer Gedanke an ein glaubwürdigeres Radio ist also nicht nur mal so ein Gedanke. Bei sämtlichen Tagungen wird über Ethik und Qualität gesprochen. Und Glaubwürdigkeit ist auch Qualität.
Deshalb: Danke an alle, die sich Gedanken darüber machen, ob das Thema, der Beitrag oder die Moderation wirklich „gefaked“ werden muss, wie es angeordnet wird. Auch wenn die Umsetzung dann leider immer noch nicht zufriedenstellend ist, weil der Arm des Redaktionsleiters oder des Geschäftsführers länger ist. Der Gedanke an den Tutzinger Appell und die Gespräche darüber sind der richtige Weg.

Autor:

Max Foerster ist in erster Linie freiberuflicher Journalist, Moderator und Sprecher vor allem im privaten Hörfunk in Bayern. Die Karriere begann allerdings im Sächsischen Plauen mit ersten Radioerfahrungen beim Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal (SAEK). Während des Abiturs arbeitete er als freier Mitarbeiter im Funkhaus Hof in Oberfranken und festigte den Wunsch nach einem Volontariat im Hörfunk. Dieses absolvierte er im Funkhaus Ingolstadt in Oberbayern. Dort war er bis Januar 2011 als Redakteur, Moderator und Online-Leiter beschäftigt. Mehr Informationen über Max Foerster erfahren Sie auf seiner Website http://www.maxfoerster.de.

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