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Manches ändert sich nie.
Zum Glück. Und leider.

Für fair radio muss live live sein.
Aus aktuellem Anlass haben wir das im DLF noch mal erklärt.

In wenigen Tagen wird fair radio zwölf. Wir sind alle nicht scharf darauf, einen solchen Geburtstag zu feiern. Am liebsten wäre uns als Team ja, dass es gar keine Gründe mehr für fair radio gibt. Dass dem leider nicht so ist, hat in dieser Woche ein Hörer des Deutschlandfunks gezeigt. Er hat sich an das Medienmagazin „@mediasres“ gewandt, weil er im Radio anscheinend oft Aufgezeichnetes hört, das für live ausgegeben wird. Warum ihn das stört? Warum uns das stört? Der DLF hat beides in seiner Sendung aufgegriffen:

Den Hörer Christoph Gurlitt stört, dass viele Radiosender nicht klar kennzeichnen, was live und was aufgezeichnet ist. Gurlitt hält das wichtig für die Transparenz und die Glaubwürdigkeit. Er fordert, dass der genaue Zeitpunkt der Aufzeichnung genannt wird. Denn sollte es in der Zwischenzeit in der Sache eine neue Entwicklung gegeben haben, war das beim Interview noch gar nicht klar. Darüber müsse der Hörer Bescheid wissen.

Wir sind wegen dieses Themas um ein Interview in der „@mediasres“-Sendung am Dienstag gebeten worden. Dort ging es um die Frage, ob es tatsächlich an der Glaubwürdigkeit kratzt, wenn ein Moderator nicht erwähnt, dass ein Gespräch aufgezeichnet ist.

Fair radio vertritt dabei einen klaren Standpunkt: Ja, es verletzt die Glaubwürdigkeit. Wer dem Hörer nicht klar sagt, dass etwas aufgezeichnet ist, setzt Vertrauen aufs Spiel. Unnötigerweise. Dabei ändert eine solche Information nichts am Inhalt des Beitrags oder des Interviews. Und außerdem gibt es ja durchaus Formulierungen, mit denen aufgezeichnete Interviews (bspw.) charmant anmoderiert werden können. Sie klingen lange nicht so hölzern wie das „Wir haben das Gespräch vor der Sendung aufgezeichnet“ aus dem Fernsehen.

 

Richtig unangenehm wird es, wenn man HörerInnen einen Live-Fake unterjubelt und das durch einen Panne auffällt. Das zahlt am Ende auf die komplette Branche ein und bleibt nicht nur an dem einen Moderator/der einen Moderatorin bzw. dem einen Sender hängen. Das Radio sieht sich selber als ein sehr authentisches Medium, das (auch dadurch) sehr nah bei den HörerInnen ist. Wenn die sich aber verschaukelt fühlen, verlieren wir Hörfunker diese besondere Bindung. Wir machen uns unglaubwürdig. Das ist in den aktuellen Zeiten von „Fake-News“ so. Leider. Und dagegen haben wir uns schon mit der Gründung von fair radio vor fast zwölf Jahren stark gemacht. Zum Glück.

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