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Jetzt amtlich – 89.0 RTL musste Gewinnspielbetrug zugeben

Landesmedienanstalt hat Bekanntgabe verordnet

Zugegeben: Ein wenig klarer formuliert hätten wir es uns schon gewünscht. Und doch ist das, was der Sender da heute, am 3.März, um 6 Uhr 24 zwangsweise senden musste, eine ungewöhnliche Sache.

Die zuständige MSA hat den Sender nämlich verdonnert, öffentlich zuzugegeben, dass seine Aktion „Tankwahnsinn“ im vergangenen September gesetzeswidrig war:

Die Funkhaus Halle GmbH und CoKG hat in ihrem Programm mit dem Gewinnspiel „An 89 Tankstellen für 89 Cent tanken mit 89.0 RTL“ – ausgestrahlt im Tagesprogramm von 89.0 RTL vom 2.9.2013 bis zum 4.9.2013 – gegen Transparenz und Informationsgebote sowie das Irreführungsverbot der Paragraphen 8a, Absatz 1, Satz 2, Rundfunkänderungsstaatsvertrag und Paragraph 4, Absatz 3, Satz 2 Mediengesetz des Landes Sachsen-Anhalt, verstoßen.

Möglich war diese Sanktion, weil auch wir von fair radio den Fall ausführlich dokumentiert und samt Mitschnitten als Programmbeschwerde eingereicht hatten.

Schade nur, dass sich die MSA bei ihrem verordneten Text nicht mehr Gedanken zur Hörbarkeit des Bandwurmsatzes gemacht hat. Ein wenig radiophoner hätte man’s ja durchaus formulieren können.

Und keine Frage: Unser „Bekennertext“ für 89.0 RTL wäre eindeutig ausgefallen.

Wir von 89.0 RTL haben unsere Hörer betrogen. Wir haben ihnen im vergangenen September vorgegaukelt, sie alle könnten für 89 Cent an einer von 89 Tankstellen im Sendegebiet tanken. Das war falsch. Trotzdem haben wir über Tage eine voll inszenierte Show durchgezogen. Das widerspricht dem Mediengesetz und dem Rundfunkstaatsvertrag.

Und na ja: Eine Entschuldigung bei den Hörern, wäre eigentlich angemessen gewesen. Aber das ist wohl leider zu viel erwartet.
++++Ergänzung vom 4.3.: Umfrage ++++
[yop_poll id=“2″ tr_id=“artikel“]

0 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. wie niedlich..das klingt so wie früher in der schule…wenn man sich zuerst schuldig bekennen musste um dann ne runde in der ecke zu stehen…ich seh 89,0 RTL in der ecke stehen und schmollen..mist..erst erwischt werden..und dann noch so nen dummen text aufsagen müssen..um dann in der ecke zu stehen…aber wenn ich ehrlich bin..ich hab kein mitleid.

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  2. bravo! und danke für die mühen die sie sich machen die dreisten abzocker und selbstgerechten ignoranten zu enttarnen….

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  3. Danke für das Lob.

    Übrigens: Unterstützer sind herzlich willkommen.

    Als Schreiber, Rechercheure, Mitschnittmacher, Berater, Texter, Seminarleiter. Wir brauchen Euch! Je mehr, desto besser.

    Und wer einfach nur spenden will: Gerne!
    Am besten via flattr: https://flattr.com/profile/fairradio

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  4. Wer die Hintergründe nicht kennt, hat bei der Bekanntgabe nichts verstanden. Das war sicher so gewollt.

    Ich finden es klasse, daß Ihr Euch gegen den Betrug wehrt, nur leider wird sich da nicht viel ändern.

    Die Rundfunksender (und nicht nur die Privaten!) lassen sich jede Menge Blödsinn einfallen, um die Hörer an sich zu binden. Mit seriösem Radiojournalismus hat das lange nichts mehr zu tun. Leider gibt es kaum Alternativen.

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  5. @Steffen:

    Du hast Recht.
    ES wird SICH nicht ändern.
    Aber WIR können was ändern.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass es hilft

    a) Öffentlichkeit herzustellen. Genau so, wie wir das jetzt tun. Fragwürdiges muss möglichst weit verbreitet und diskutiert werden.

    b) junge Radiomacher früh zu schulen, wie man es besser macht, wie man aufrichtig bleibt und dass genau das unsere Daseinsberechtigung ausmacht. Deshalb enangiert sich fair radio an Uniradios, Medienakademien und in Volotonärsrunden.

    Und nicht zuletzt

    c) die Medienaufsicht stärker in die Pflicht zu nehmen. Deshalb unsere Programmbeschwerden und auch die jetzt gestartete Umfrage. Nur so können wir untermauern, dass es Menschen gibt, die sich einen aufrichtigen Hörfunk wünschen.

    Also: Mitmachen lohnt sich. Nix ändert sich von allein.

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  6. Ich persönlich fände es am besten, wenn der Sender diese Ausführung zu jeder Zeit senden müsste, zu der sie vorher auch das auslösende Ereignis gesendet hat. Soll heißen, wenn die Aktion am Montag um acht begonnen hat und jede Stunde ein Jingle dazu lief und alles, und das dann am Mittwoch eingestellt wurde, dann müsste im Strafzeitraum am Montag das gebracht werden, von acht, jede Stunde, bis Mittwoch. Genauso oft wie man Werbung damit gemacht hat müsste man auch sagen „Hey, wir haben euch betrogen!“ Dann würde es vielleicht aufhören.

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