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Valerie Weber wird WDR-Hörfunkdirektorin?
Eine Privatfunkerin? Skandal!

Warum fair radio es gerne differenzierter hätte.

Was Radiomacher aus dem „Fall Weber“ lernen können.

Und was Valerie Weber daraus lernen kann.

Macht Schlagzeilen - Valerie Weber

Macht Schlagzeilen – Valerie Weber

So viel Diskussion übers Radio war selten. Ob Foren oder Mediendienste, ob facebook oder FAZ: Plötzlich haben alle Valerie Weber entdeckt. Die Frau, die WDR-Intendant Tom Buhrow gerne als Hörfunkdirektorin hätte. Die Frau, die seit Jahren Antenne Bayern leitet, einen der bekanntesten deutschen Privatradiosender.

Und keine Frage: Diese Geschichte hat das gewisse Etwas. Denn: Eine Privatradio-Geschäftsführerin soll öffentlich-rechtliche Hörfunkdirektorin werden? Und eine, die für Formatradio steht, soll plötzlich auch Info-Radio verantworten?

Das können sich viele nicht vorstellen. Und oft scheint es eine grundsätzliche Abneigung zu sein. So als wären öffentlich-rechtliches und privates Radio zwei Welten, die sich nie und nimmer berühren könnten und deshalb einen solchen Personalwechsel ausschließen.

Doch (nicht nur) wir von fair radio wissen: Das ist falsch. 

Denn aufrichtige, engagierte, journalistisch anspruchsvolle Radiomacher gibt es hier wie dort. Unsere Unterstützer- und Unterzeichnerliste beweist uns das.

Valerie Weber als Hörfunkdirektorin abzulehnen, nur weil sie keine öffentlich-rechtliche Vergangenheit hat? Für fair radio ist das kein Thema.

Was zählt, sind Fakten.
In diesem Fall also Sendungen, Berichte, Programminhalte.

Und ab da wird’s schwierig mit einem schnellen Urteil. Denn Valerie Weber war bislang zwar Chefin eines Senders, den Kritiker gerne als – „typisch Privatradio“ – „Dudelfunk“ beschreiben. Grundsätzlich inhaltsleer aber war Antenne Bayern nie.

Das hört, wer Antenne Bayern hört. Und das kann nachlesen, wer den direkten Aircheck-Vergleich von Inge Seibel bei der

Er: Kein Thema. Sie: Schon. (Foto: WDR/Sachs)

Er: Kein Thema. Sie: Schon. (Foto: WDR/Sachs)

Bundeszentrale für politische Bildung kennt. Der nämlich zeigt: Valerie Webers Antenne Bayern informiert morgens nicht weniger oder schlechter als der öffentlich-rechtliche Konkurrent Bayern 3.

Die Schelte von der „Dudelwelle“ Antenne Bayern trifft also nicht. Dass sie sich dennoch hält, liegt an etwas ganz anderem. Und das hat (nicht nur) fair radio schon wiederholt dokumentiert.

Die Rede ist von fragwürdig inszenierten Gewinnspielen, von künstlich angeheizten Skandalen und unaufrichtigen Präsentationsmethoden. Genau damit nämlich ist Valerie Webers Antenne Bayern immer wieder aufgefallen, hat Hörer verärgert, Schlagzeilen produziert und die Kritiker auf den Plan gerufen.

Mal hat der Sender schon vorab Gewinner für ein Spiel gesucht. Mal hat er Hörer zum Mitmachen aufgerufen, obwohl die Sendung aufgezeichnet war. Dann wieder hat er schleichwerberische Hinweise platziert oder über Tage einen vermeintlichen Skandal inszeniert.

Methoden, die wir von fair radio für höchst fragwürdig halten, weil sie dem Ansehen der Branche schaden. Sie machen Radio unglaubwürdig. Und zwar nicht nur die „Dudelwellen“, sondern auch die Programme (und Programmteile!), die wirklich informieren.

Und genau das beweist der „Fall Weber: Wer sein Programm skrupellos auf Aufmerksamkeit optimiert, wer Hörer hinters Licht führt und marktschreierische Shows vor Aufrichtigkeit stellt, dem wird irgendwann das Etikett „unseriös“ angeklebt. Als Sender. Im Ganzen. Als Programmmacherin. In Persona.

Helfen kann da nur ein Blick auf den Tutzinger Appell. Dort heißt es:

„Nur ein Radio, das seine Hörer nicht belügt, wird als Medium (…) bestehen können!“

Und das heißt auch:

„Nur eine Radiomacherin, die ihre Hörer nicht belügt, wird als Direktorin bestehen können!“

Vielleicht hat Valerie Weber das ja jetzt begriffen. Dann wäre sie für den WDR genau die Richtige.

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