Suche
  • Tutzinger Appell.
  • Für ein glaubwürdiges Radio.
Suche Menü

Es war Schleichwerbung. Aber: Muss ja keiner wissen.

Die Landesmedienanstalt Hessen (LPR) hat entschieden: FFH hat Schleichwerbung gemacht. Genau wie fair radio vermutet hat. Im August 2016 hatten wir deshalb Beschwerde eingereicht. Doch von der Entscheidung haben wir erst jetzt – fast ein Jahr später – erfahren. Und die Hörer? Gar nicht! Bedauerlich.

Es ist leider nicht das erste Mal, dass wir bei fair radio diese Erfahrung machen: Wir reichen bei den Landesmedienanstalten Programmbeschwerden ein. Meist mit detaillierten Hinweisen und Mitschnitten. Die Medienanstalten bedanken sich und versprechen sich zu kümmern. Doch Infos gibt es fast immer nur auf Rückfrage. Auch in diesem Fall verlief die Kommmunikation mit der LPR schleppend:

10. August 2016
fair radio reicht per Mail Beschwerde ein.

8. September 2016
Die LPR dankt und verspricht den Fall zu prüfen.
„Nach Abschluss der Prüfung werden wir Sie unaufgefordert über das Prüfergebnis in Kenntnis setzen“, heißt es in der Mail.

29. November 2016
fair radio fragt nach dem Stand der Dinge
Die Landesmedienanstalt bittet noch am selben Tag „um Geduld“:

„Der Veranstalter wurde bereits um eine Stellungnahme gebeten.
Im nächsten Schritt wird eine Überprüfung durch die ZAK (Kommission für Zulassung und Aufsicht) beantragt.
Das Prüfverfahren insgesamt wird […] noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Sobald ein abschließendes Ergebnis vorliegt werden wir Sie unaufgefordert über das Prüfergebnis in Kenntnis setzen.“

4. Juli 2017
fair radio fragt erneut nach dem Stand der Dinge
In einer automatischen Antwort heißt es, es sei jemand anderes zuständig. Die Mail würde automatisch weitergeleitet.

11. Juli 2017
Weil keine Reaktion folgt, fragt fair radio, ob die Mail angekommen ist.

17. Juli 2017
Wir erfahren per Mail von der LPR:

„Nach eingehender Prüfung und Berücksichtigung der Stellungnahme der Veranstalterin, haben wir festgestellt, dass es sich bei Aktion „Hit Radio FFH macht dein Auto weltberühmt“ in den geprüften Varianten um einen Verstoß gegen § 7 Abs. 7 S. 1 Rundfunkstaatsvertrag (RStV) i. V. mit § 2 Abs. 2 Nr. 8 RStV handelt. Der Veranstalter wurde hierüber informiert.“

Erst bei einem Telefonat am 19. Juli 2017 erfahren wir:

Die Entscheidung ist schon Anfang des Jahres gefallen. Dass wir nicht informiert wurden, sei ein reines Versehen. Möglich. Doch in der Vergangenheit haben wir das bei diversen Landesmedienanstalten erlebt. In der Mehrzahl unserer Beschwerdefälle wurden wir entgegen anderslautender Versprechungen nicht über Ergebnisse und Entscheidungen informiert. Wir finden: Gelungenes Beschwerdemanagement sieht anders aus. Seit Jahren übrigens.

FFH und seine Schleichwerbung für ein Carsharing-Unternehmen. Auch im Netz sichtbar. Kritisiert hat die Medienanstalt aber nur, was im Radio lief.

Zurück zur Schleichwerbung bei Radio FFH:

Die hessische Landesmedienastalt fand die fragliche Präsentation ganz eindeutig schleichwerbend. Denn vorgestellt wurde ein einzelner Carsharing-Anbieter – mit eindeutig werblichen Formulierungen und in einer Form, die „weit über das programmlich akzeptable dramaturgische Maß hinausging,“ so ein Sprecher.

Man habe FFH darüber informiert. Schriftlich. Und der Sender habe Besserung gelobt. Fertig.

Man nennt das einen „Aufsichtlichen Hinweis“. Und niemand außer der Sender und die LPR-Verwaltung erfährt was davon. Nicht die Medienversammlung der Landemedienanstalt. Nicht die Öffentlichkeit. Nicht die Hörer.

Die hessische Landesmedienanstalt ist damit nicht allein. Nur wenige Medienanstalten berichten öffentlich über Beanstandungen und Hinweise.
Und genau das halten wir von fair radio für falsch.

Solche Beanstandungen müssen nachlesbar sein. Öffentlich und für alle. Hörer haben ein Recht zu erfahren, wer wann wie gegen Regeln verstoßen hat. Egal, ob es um Gewinnspielverstöße, medienethisch fragwürdige Fakes oder Schleichwerbung geht.

Schade, dass die Aufsichtsbehörden sich seit Jahren dagegen sträuben.

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wow, was für ein Deutsch!
    „Und niemand außer der Sender und die LPR-Verwaltung erfährt was davon. “
    ‚außer der Sender und die LPR-Verwaltung‘??? Wie viele Sculjahre muss man denn für so etwas versäumt haben? Und wie wenig muss man denn anderen zugehört haben?
    Nach ‚außer‘ steht Dativ, das weiß doch nahezu jedes Kind, bis auf die Blöden natürlich.
    Also bitte: „Und niemand außer dem Sender und der LPR-Verwaltung erfährt was davon.“

    Antworten

  2. Zu EGAL: Ist das alles? Kein Kommentar zum Inhalt? Sich über die Grammatik beschweren und selber einen Buchstaben vergessen. Frei nach dem Motto: im Glashaus sitzen und mit Steinen werfen. Clever.

    Zum Inhalt: ich gebe Ihnen vollkommen Recht. Die Beanstandungen und die jeweiligen Reaktionen der Landesmedienanstalten und der Sender sollten nach Abschluss veröffentlicht werden. Es interessiert sicherlich nur einen kleinen Teil der Öffentlichkeit – ändert nichts an der Notwendigkeit der Veröffentlichung.

    Antworten

  3. „??? “
    „Sculjahre“
    „anderen“
    „Nach ‚außer‘“

    Das sind 4 Rechtschreibfehler in 71 Wörtern.
    Wer im Glashaus sitzt, sollte sich lieber etwas anziehen.

    Antworten

    • Ja, ich empfinde es auch als ziemliche Sauerei, was sich FFH da geleistet hat. Wenigstens sieht nicht jeder weg!

      Antworten

  4. Schon peinlich, wenn man nichts Anderes zu tun hat, außer im Radio mitzuschneiden und die Sender dann anzuschwärzen…

    Ich bin nur zufällig auf diesen Bericht gestoßen und musste mich beim Lesen echt zusammenreißen, wäre fast in ein Gelächter ausgebrochen…

    Jeder Radiosender macht halt mal Werbung – na und???
    Jeder kann selbst entscheiden, welche Produkte er benutzt…
    Anscheinend ist es ja auch damals niemandem aufgefallen, dass man Werbung für einen Anbieter macht, geholfen hat es Opel ja schließlich herzlich wenig…

    Antworten

    • Hallo Jemand,
      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Leider greift er ein wenig zu kurz. Du wirfst uns vor, dass wir die Sender „anschwärzen“. Das ist so nicht ganz richtig. Wenn uns Unregelmäßigkeiten auffallen konfrontieren wir den Sender als erstes damit. Bei Privatsendern informieren wir – je nach Antwort des Senders – die zuständige Landesmedienanstalt. Nur diese Anstalten können Strafen für Fehler verhängen. Diese wirken bei Sendern erfahrungsgemäß oft noch besser als Berichterstattung bei fair radio. Dass wir manchmal andere Maßstäbe haben als die Medienwächter, ist kein großes Geheimnis. Das veröffentlichen wir entsprechend auch in unserem Blog. Genauso, wie wir immer wieder veröffentlichen, dass auch innerhalb von fair radio die Meinungen zu bestimmten Fällen auseinandergehen. Auf unserer Homepage hast Du sicherlich auch die vielen handwerklichen Tipps gefunden, wie man mit bestimmten Situationen umgeht oder Texte so formuliert, dass sie schön klingen, ohne dass am Ende ein Fake o.ä. steht. Wir kritisieren also nicht nur, sondern geben auch Tipps. Insgesamt finde ich nicht, dass das „anschwärzen“ ist.

      Du schreibst, dass jeder Radiosender mal Werbung mache und fragst „na und???“. Gegen Werbung haben wir von fair radio doch gar nichts. Es gibt bei uns Journalisten, die für Privatsender arbeiten. Auch dort läuft Werbung – allerdings akustisch deutlich getrennt vom redaktionellen Programm. So, wie es vorgeschrieben ist. Wie man das nicht macht, hast Du ja hier oben im Blogeintrag gelesen und gehört. Zurecht gab es dafür auch einen Rüffel für FFH durch die Medienanstalt.

      Und natürlich kann jeder entscheiden, welche Produkte er benutzt. Das soll er/ sie bitte auch tun. Nur wir erwarten von einem Radiosender, dass er in der Berichterstattung neutrale Informationen gibt und nicht irgendwelche Dinge anpreist. Das Anpreisen gehört in den Werbeblock. Aber das Thema hatten wir ja schon.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


45 − = 41