TUTZINGER ETHIK APPELL – für ein glaubwürdiges Radio

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No politics – Werbung verboten

Erstellt von Martin Knabenreich am 21. September 2011

Glückwunsch! Die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) hat einen Werbespot des Thüringer Bildungsministeriums gestoppt, mit der positive Stimmung für die neue Gemeinschaftsschule gemacht werden sollte.

“in südthüringen” berichtet über den Fall

Werbung für politische Ideen ist nicht unfair, schließlich findet sie sich in den Werbeblöcken wieder und ist klar gekennzeichnet. Der Hörer wird also nicht in die Irre geführt.

Damit wäre diese Meldung also kein Thema für FAIR RADIO! – Oder doch? Weiterlesen »

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Rüge wegen Schleichwerbung für Radio Kiepenkerl

Erstellt von Administrator am 2. April 2011

Landesmedienanstalt teilt Einschätzung von FAIR RADIO.

Im Dezember hatten wir nach Hinweisen eines Hörers über unseren Verdacht auf Schleichwerbung bei Radio Kiepenkerl berichtet. Jetzt hat die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen entschieden: FAIR RADIO hat Recht. Es lag ein Fall von Schleichwerbung vor. In der Pressemitteilung dazu heißt es:

„Radio Kiepenkerl“: LfM beanstandet Programmverstoß

 

Die Ausstrahlung zweier Beiträge im Programm von „Radio Kiepenkerl“ (Kreis Coesfeld) stellen einen Verstoß gegen das Verbot der Schleichwerbung dar. Dies stellte die Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) unter dem Vorsitz von Frauke Gerlach in ihrer Sitzung am 1. April 2011 in Düsseldorf fest. In den Beiträgen ging es um die Präsentation eines neuen Automodells durch ein lokales Autohaus. Aufgrund des werblichen Charakters hätten beide Beiträge als Werbung gekennzeichnet sein müssen. Dies war unterblieben.

 

Die Medienkommission der LfM reagierte damit auf eine Programmbeschwerde der Initiative „Fair Radio“. Der Sender wird aufgefordert, den Verstoß künftig zu unterlassen.

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Ethik FAQ

Erstellt von Katharina Thoms am 23. Januar 2011

Fair Radio beantwortet Fragen zu ethisch-fragwürdigen Praktiken im Radio:

Fragen von Volontären, langjährigen Radiomachern, Hörern – IHRE Fragen sollen hier beantwortet werden. Wie umgehen mit einem Auftrag, mit dem man als Hörfunker Bauchschmerzen hat? Wie reagieren auf Betrug im Radio als Hörer? Hier finden Sie viele Fragen und Antworten – und wenn Ihre noch nicht dabei ist: Schicken Sie uns Ihre Ethik-Frage – Fair Radio beantwortet sie hier!

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“UnverFOREN” – radioforen.de schließt PR-kritische Diskussion

Erstellt von Katharina Thoms am 30. April 2010

radioforen.de, das ist die „Diskussionsplattform der Radioszene“. So bezeichnet sich das Portal selbst. Und die Mitschreiber stimmen sicher zu. Vieles wird hier diskutiert: Vom „Radio im Zeitalter des Internets“ bis zum „Früher war alles besser“-Thread ist alles vertreten. Vor kurzem gab es auch eine Diskussion zum Hörfunk-PR-Portal getaudio. Bitte die Vergangenheitsform beachten. GAB. Denn nach nur einem Tag wurde die Diskussion geschlossen. Ohne Begründung. Auch auf Anfrage gaben die sonst so auskunftsfreudigen Forenbetreiber keinen Kommentar.

24 Stunden Kontroverse

Was war passiert?

Nichts, was nicht jeden Tag in den radioforen geschieht. Eine Diskussion war entbrannt. Dieses Mal um Hörfunk-PR, platziert im redaktionellen Umfeld. Um getaudio und die dazugehörige Agentur Audioetage. Und um das getaudio-Dauerwerbebanner, das omnipräsent über den Radioforen flackert.

Kontrovers ging es da zu – teilweise im Minutentakt lieferten sich die Autoren einen Schlagabtausch. Und dann, nach rund 24 Stunden: Schluss, Klappe halten.

Abgewürgte Diskutanten

Oder wie es ein Forenschreiber (in einem mittlerweile neuen Thread) formuliert:

Das “wes Brot ich ess, des Lied ich sing.” wird zwar nie aus der Welt verschwinden, aber wenn die Nummer soooo deutlich wird, wie hier jetzt grade: thread nach einem Tag gestoppt (immerhin nicht gelöscht..ok) und oben drüber prangt dick das Werbebanner der betroffenen Firma…. naja!

Da wollten sich die Radioforenbetreiber wohl nicht unbeliebt machen bei der Julian Regenthal-Patzack, dem Chef von Audioetage. Der hat sicher ordentlich was springen lassen für sein Banner. Und ganz im Sinne des Umgangs mit Werbekunden würgen die offenen Diskutanten das Ganze ab. Peinlich.

Viel Spaß beim Diskutieren weiterhin!

Katharina Thoms, Stuttgart

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Kann ich mich als Moderator weigern, einen PR-Beitrag im redaktionellen Teil zu spielen?

Erstellt von Sandra Müller am 17. März 2010

Frage beim Ethik-Gespräch mit Volontären an der Evangelischen Medienakademie Düsseldorf. Die Antwort:

Sagen wir so: Man sollte. Eigentlich.  Doch gerade für freischaffende Moderatoren ist das nicht so einfach. Schließlich sind sie auf weitere Aufträge angewiesen. Sich einer redaktionellen Entscheidung zu widersetzen, ist deshalb nur was für Moderatoren mit gutem Standing und solche, die mutig sind.

Was genau in so einem Fall zu tun ist, hängt außerdem von der jeweiligen Redaktion und der Redaktionsleitung ab:

Ist sie offen für kritische Anmerkungen und ethische Fragen? Gibt es Gelegenheit zur offenen Diskussion?
Dann wäre es einen Versuch wert,…

  • das Thema einmal grundsätzlich anzusprechen. Zu fragen, inwiefern der Sender solche Beiträge einsetzen MUSS.
  • darauf hinzuweisen, dass der Einsatz solcher Beiträge journalistisch fragwürdig ist und der Glaubwürdigkeit schadet.
  • dass das Senden solcher Beiträge als Schleichwerbung gelten und damit strafbar sein könnte.
  • dass es im Widerspruch zum Rundfunkgesetz und der dort vorgeschriebenen Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten stehen könnte.

Ist die Redaktion solchen Diskussionen eher unaufgeschlossen?
Dann sollte man wenigstens versuchen, sich als Moderator so korrekt wie möglich zu verhalten und die Spielräume auszunutzen, die einem bleiben, zum Beispiel durch eine korrekte Anmoderation.

Creative
″FAQ Ethik im Hörfunk – FAIR RADIO antwortet″ von Sandra Müller, FAIR RADIO steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
Beruht auf einem Inhalt unter www.fair-radio.net.
Über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können Sie bei FAIR RADIO erhalten.

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″PR-Beiträge gehören in den Werbeblock″. Das klingt gut. Aber ist es nicht auch schon PR, wenn wir über die Eröffnung des neuen Kindergartens in unserer Stadt berichten?

Erstellt von Sandra Müller am 17. März 2010

Frage einer Volontärin beim Ethik-Gespräch mit Sandra Müller an der Evangelischen Medienakademie Düsseldorf. Sandra Müllers Antwort:

Nicht grundsätzlich. Denn zunächst einmal gilt: Ein Lokalsender soll und muss über so ein Ereignis berichten. Allerdings sollte er das unabhängig und ausgewogen tun. So verlangt es das journalistische Berufsverständnis. Nur wer das außer Acht lässt, läuft Gefahr, aus einer Kindergarteneröffnung eine PR-Nummer zu machen.

Nehmen wir zum Beispiel an, auf der Pressekonferenz zur Neueröffnung des Kindergartens preisen die Anbieter ihren Kindergarten als den ″innovativsten der Stadt″. Es ist die Rede von den ″längsten Öffnungszeiten und einem neuartigen Betreuungskonzept″.

Nehmen wir weiter an, der Reporter übernimmt diese Formulierungen in seinen Beitrag – vielleicht sogar als O-TON. Im Beitragstext werden die Aussagen wiederum weder hinterfragt noch eingeordnet. Und in der Eile hat der Reporter auch nicht die Richtigkeit der Angaben überprüft. Ergebnis ist ein Beitrag, der nichts weiter vermittelt als die ungeprüften Werbeversprechen des Kindergartens, man könnte sagen: ein PR-Beitrag.

Dabei hätte klar sein müssen: Auch die Betreiber eines Kindergartens haben Interessen. Sie wollen ihre Einrichtung im besten Licht erscheinen lassen und möglichst viele Eltern als Kunden gewinnen. Dazu dürfen sie natürlich behaupten, ihre Einrichtung sei neuartig und innovativ. Der Reporter aber müsste fragen: Ist sie das wirklich? Und ist das überhaupt entscheidend?

Was zum Beispiel, wenn die Einrichtung zwar wirklich eine Stunde länger geöffnet und mehr Erzieher hat als alle anderen Einrichtungen in der Stadt, der Kindergartenplatz dafür aber auch doppelt so teuer und für eine Durchschnittsfamilie kaum bezahlbar ist? Wäre es dann angemessen, den Kindergarten ohne weitere Details als ″den innovativsten Kindergarten der Stadt″ vorzustellen? Wohl kaum.

Wer sicher gehen will, mehr als einen PR-Beitrag zu machen, muss also fragen und hinterfragen, muss Gesagtes sachlich einordnen und bewerten – auch und gerade bei Pressekonferenzen, auch bei einem ″08/15-Termin″ wie der Eröffnung eines neuen Kindergartens.

FAIR RADIO fordert deshalb ganz generell die Rückbesinnung auf die journalistischen Pflichten. Sie dürfen nicht vernachlässigt werden, nur weil es beim Radio oft schnell gehen muss.

Die genannte Forderung ″PR-Beiträge gehören in den Werbeblock″ bezieht sich allerdings ganz konkret auf Beiträge, die von Firmen oder Lobbygruppen lanciert und zum Teil gegen Bezahlung als journalistische Beiträge ausgestrahlt werden – eine Praxis, die FAIR RADIO für Schleichwerbung hält.

Creative
″FAQ Ethik im Hörfunk – FAIR RADIO antwortet″ von Sandra Müller, FAIR RADIO steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
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PR im Radio und kein Ende

Erstellt von Udo Seiwert-Fauti am 8. Juli 2009

Auch die Deutsche Bahn drängte sich erfolgreich ins Programm

Nachzulesen bei www.blogmedien.de. Demnach haben Radio Hamburg und der Berliner Sender 94,3 rs2 ausführlich über und für die Bahn berichtet. Einmal mehr hatte eine Agentur die Berichterstattung und Gewinnspiele eingefädelt.

Wann reagiert endlich jemand? Denn wie kann es sein, dass die Agentur ganz offen kommuniziert:

“Deutsche Bahn von Moderatoren in gesamte Show integriert”

Die Gewinnaktionen der Deutschen Bahn präsentieren sich komplett im Gewand von Radio Hamburg und 94,3 rs2.
So werden sämtliche Trailer im Senderdesign gestaltet. Darüber hinaus führen die bekannten Moderatoren während ihrer Shows durch das Gewinnspiel und sprechen mit den Gewinnanwärtern. Auch Werbebotschaften zu Angeboten der Deutschen Bahn werden mitkommuniziert.

Weitere Informationen finden die Hörer auf den jeweiligen Sender-Websites, die über eine Verlinkung zur Website der Deutschen Bahn führen. Und sowas soll keine Schleichwerbung sein?

FAIR RADIO hofft, die Medienaufsicht wird endlich tätig.

Foto von Body-Kult: "Achtung!" (bearbeitet)
Some rights reserved. Quelle: http://www.piqs.de

Links zum Thema:

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Hauptsache kurz und knackig – warum PR oft auf direktem Weg ins Radio kommt

Erstellt von Sandra Müller am 13. Januar 2009

Das NDR-Medienmagazin ZAPP über erschreckend unkritische Radiomacher

Auch das NDR-Medienmagazin ZAPP hat jetzt über fragwürdige PR im Hörfunk berichtet. In dem Beitrag wird einmal mehr dokumentiert, wie sorglos Radiomacher mit gekauften Werbebeiträgen umgehen. Dass die Inhalte interessengeleitet sind und nichts mit Journalismus zu tun haben: egal.

Die Hörer werden wissentlich an der Nase herumgeführt. Dass der Einsatz solcher Beiträge zudem die Glaubwürdigkeit der ganzen Branche ruiniert, scheint ebenfalls kein Thema. Schon erstaunlich, wie man als Hörfunker so wenig Respekt gegenüber dem eigenen Medium haben kann.

Traurig daran:

Entsprechende Fälle werden viel zu selten wirklich aufgedeckt. Juristisch blieb der massenhafte Betrug am Hörer bislang weitgehend folgenlos. Die wenigen Fälle, in denen Sender bestraft wurden, wurden nicht öffentlich gemacht. Die Namen der Sender wurden nicht genannt.Dabei ist es das, was die Sender am meisten fürchten: Negativschlagzeilen.

Helfen können also nur: mehr kritische Macher, mehr kritische Hörer, mehr kritische Kontrolleure und der Mut aller, auffällige Praktiken öffentlich anzuprangern.

Links zum Thema:

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Mutmaßliche Schleichwerbung mit und für Bankhofer auch im Radio

Erstellt von Administrator am 30. Juli 2008

Einmal mehr kamen die Beiträge von Schlenker PR

Denn offenbar war der jetzt mutmaßliche “Schleichwerber” Hademar Bankhofer bzw. MCM Klosterfrau Kunde bei radioboerse.de bzw podfm.de. Sprich: Es wurden sendefertige Beiträge in Auftrag gegeben, die z.B. das Präparat “Limptar N” vorstellen – kritiklos und ohne weitere Präparate zu nennen. Für den Hörer klangen die Beiträge journalistisch. Als PR waren sie nicht zu erkennen.

Besonders traurig im Fall des Gesundheitsexperten Bankhofer: Das Fernsehen hat nach Hinweisen aus der Blogger-Szene reagiert. Von der Verfehlungen des Hörfunks dagegen ist kaum die Rede.

Warum nur? Vor allem das Fernsehen, so scheint es, kämpft um seine Glaubwürdigkeit. Überall ist jetzt, da die Blogger von boocompany.de Hinweise auf Schleichwerbung zusammengetragen haben, von gestrichenen Fernsehauftritten Bankhofers die Rede. Der Hörfunk dagegen? Schweigt.

Dabei haben sich viele Radiostationen ebenfalls schuldig gemacht. Sie haben einmal mehr PR als Journalismus ausgegeben. Angeprangert wird das indes kaum. Vielleicht weil der Hörfunk längst auf dem Abstellgleis steht? Motto: Fernsehen gilt eh als wirkmächtiger. Was macht da so ein “bisschen” PR im Hörfunk?

Das kann man so sehen und viele Sender werden sich freuen: Glück gehabt. Der Hörfunk ist aus der Schusslinie. Doch wünschenswert wäre, dass auch die betroffenen Sender, die Radiobörse-Beiträge mit und über Bankhofer ausgetrahlt haben, sich zu Ihren Fehlern bekennen. Jetzt endlich wäre es an der Zeit umzudenken und sich einzugestehen, dass interessengleitete PR im Hörfunk nichts zu suchen hat – wenn schon nicht aus Verpflichtung gegenüber dem Hörer, dann doch wenigstens aus Sorge um den Sender. Denn wer PR-Beiträge ausstrahlt macht sich angreifbar.

Und wer weiß: Das nächste Mal listen die Blogger von boocompany vielleicht einmal die Verfehlungen von Radiostationen auf, die PR allzu sorglos ins Programm nehmen. Manchmal möchte man es sich fast wünschen.

PS: Das Video von boocompany.com ist nach juristischen Interventionen inzwischen nur noch auf deren eigener Homepage zu sehen. In dem Beitrag geht es ab 5:11 auch um Beiträge von radioboerse.de.

Weitere Beiträge, in denen Hademar Bankhofer das Präparat Limptar N von MCM Klosterfrau bewirbt.

Beitrag 1
Beitrag 2

Auch sie wurden in Radiosendern vermutlich im redaktionellen Teil gespielt.

Folgender Beitrag war im August 2007 kostenlos bei podfm.de herunterzuladen und zur Sendung freigegeben.

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Radiosender? Dauerwerbesender!

Erstellt von Sandra Müller am 17. Mai 2008

Wie viele Stationen ihre Hörer für dumm verkaufen.

Radio unterhält. Radio berichtet. Radio informiert. Und manchmal tut es nur so. Denn immer mehr Sender verkaufen als Journalismus, was in Wahrheit PR ist. Bezahlt von Unternehmen. Anders ausgedrückt:
Viele Radiosender sind Dauerwerbesender.

Sie berichten nicht mehr.
Sie informieren nicht mehr.
Und ihre Beiträge werden nicht mehr von Journalisten gemacht.

Die Beiträge werden stattdessen kostenfrei übernommen – von Agenturen (z.B. Schlenker PR mit den Plattformen podfm und radioboerse, audioetage, …), die sich für diese Beiträge wiederum von Unternehmen und Verbänden bezahlen lassen.

Beispiel gefällig?

Da berichtet ein Sender über die Möglichkeiten, Energie zu sparen. Doch der Beitrag stammt von www.podfm.de und bezahlt hat den Beitrag das Versandhaus QUELLE! Dessen Experte erklärt dann auch im Beitrag, wie man sich bei QUELLE zum Energiesparen schlau machen kann. Und klar: Im Anschluss weist der Moderator gerne auf die QUELLE-Internetseite hin. Zusätzlich verlinkt die Sender das Unternehmen im Netz nochmal. Der Kunde der Agentur bekommt seinen Werbeeffekt. Für den hat er bezahlt. Und der Hörer? Der will seriöse Information und glaubt, dass er die auch bekommt. In Wahrheit aber hat er einen Werbespot gehört. Nur weiß er es nicht. Denn oft wird weder auf Sendung noch im Internet darauf hingewiesen, dass die gesendeten Beiträge gekaufte Werbebeiträge sind.

Ein klarer Verstoß gegen die Richtlinien der Landesmedienanstalten und den Rundfunkstaatsvertrag. Schließlich gilt das Gebot der Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten. Aber wen kümmerts?

Hier eine kleine Liste von Sendern, die im Verdacht stehen, auf genannte Art Ihre Hörer zu täuschen:

SkyRadio Hessen, Kassel

Radio Primavera, Aschaffenburg
RPR1, Ludwigshafen
Vogtlandradio, Plauen

Diese Sender sind nachweislich Kunden bei Audioagenturen, die fertige und von Unternehmen bezahlte Beiträge liefern. Die Beiträge sind (oder waren) bei diesen Sendern auch im Netz nachzuhören. Die Screenshots beweisen: Der Vermerk “Anzeige” oder “Werbung” fehlt. Im laufenden Programm werden die Beiträge nach Aussage der Agenturen im redaktionellen Teil eingesetzt.

Mit Radio 7 hat sich nach unseren Vorwürfen eine Diskussion entsponnen. Sie finden sie als Kommentar im Anschluss an diesen Artikel.

Ein besonders dreistes Beispiel liegt uns von Antenne Niedersachsen vor. Es zeigt, wie schamlos PR-Beiträge als journalistische Berichterstattung verkauft werden. Die Aufnahme stammt aus der Eigenwerbung der PR-Audio-Agentur “audioetage”. Darin kündigt der Moderator von Hitradio Antenne Niedersachsen den übernommenen Beitrag als von “meinem Kollegen” gemacht an. Werbetrenner sind nicht eingefügt. Der Hörer hat keine Chance, die Täuschung zu erkennen.

Die Aufnahme liegt FAIR RADIO als Audiofile vor. Wir dürfen es nach Widerspruch durch die Agentur “Audioetage” aber nicht mehr hier online stellen. Außerdem hat die Agentur als Reaktion auf unsere Veröffentlichung zwischenzeitlich auch ihren Demo-Player auf der Internetseite still gelegt. Dort war das Stück bis vor kurzem für jeden zugänglich. Deshalb stattdessen hier ein Transkript der Aufnahme:

Sie beginnt mit einem freundlichen Agentursprecher, der ankündigt:

“Zunächst gehen wir nach Niedersachen zu Hitradio Antenne. Unter anderem lief dort zur Weihnachtszeit ein Beitrag, den Audioetage für Ebay produziert hat.”

Im Anschluss: der Mitschnitt von Hitradio Antenne. Dort wird der fragliche Beitrag mit folgenden Worten vom Moderator angekündigt:

“[...]Mensch, mal ganz ehrlich. Wie viele Weihnachtgeschenke haben Sie schon zusammen? Sollte Ihnen diese Frage ein schlechtes Wissen bereiten. So entschuldige ich mich dafür. Aber hier kommen die harten Fakten: Mehr als vierzig Prozent der Deutschen haben erst am 23. Dezember, also EINEN Tag vor Heilig Abend wirklich alle Geschenke zusammen. Mein Kollege Julian Regenthal-Patzak berichtet.”

Dann folgt der Beitrag von audioetage mit O-Tönen, in denen eine Kundin erklärt, wie zeitraubend doch das Weihnachtsshopping wäre und wie einfach das doch alles mit Ebay geht.

Klar: Ebay hat für diesen Beitrag bezahlt. Werbung also. Auf Sendung aber: kein Wort davon. Im Gegenteil: Der Autor des Beitrags wird ganz frech als Mitarbeiter des Hauses ausgegeben.

Kennen Sie noch mehr Sender, die solche Werbebeiträge übernehmen und als eigene Berichterstattung ausgeben? Lassen Sie es uns wissen!

Abgelegt unter Allgemein, Passiert, Notiert | 12 Kommentare »