TUTZINGER ETHIK APPELL – für ein glaubwürdiges Radio

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Live ist ein Hinhörer

Erstellt von Katharina Thoms am 14. April 2011

Live vor Ort - ein echter Hinhörer

“Warum gibt es keine Live-Reportagen mehr?” Das fragt sich nicht nur FAIR RADIO, sondern auch der Hörfunk-Journalist Sascha Baron. In seiner Kolumne auf radioszene.de wundert sich der erfahrene Radiomacher, warum das schnelle Medium immer weniger auf den Live-Reporter zurückgreift. Motto: Außer Fußball nix gewesen.

Live – das sei die Stärke des Radios. Auch in Zeiten des Internets könne Radio mit der prompten Vermittlung in der Live-Berichterstattung absolut punkten, schreibt Baron. Live im Radio ist einfach, schnell – und ein Hinhörer. Damit spricht er ein zentrales FAIR RADIO-Ziel an: Weiterlesen »

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Ethik FAQ

Erstellt von Katharina Thoms am 23. Januar 2011

Fair Radio beantwortet Fragen zu ethisch-fragwürdigen Praktiken im Radio:

Fragen von Volontären, langjährigen Radiomachern, Hörern – IHRE Fragen sollen hier beantwortet werden. Wie umgehen mit einem Auftrag, mit dem man als Hörfunker Bauchschmerzen hat? Wie reagieren auf Betrug im Radio als Hörer? Hier finden Sie viele Fragen und Antworten – und wenn Ihre noch nicht dabei ist: Schicken Sie uns Ihre Ethik-Frage – Fair Radio beantwortet sie hier!

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“Akustische Täuschung der Hörer”

Erstellt von Sandra Müller am 25. Oktober 2009

Lutz Mükke beschreibt in ″message″ den Alltag von Hörfunk-Korrespondenten.

Der Bericht erschüttert und schockiert. Er beschreibt schonungslos offen, wie inszeniert und wenig authentisch viele Korrespondentenberichte aus Afrika sind. Es ist gar von Features die Rede, die produziert wurden, ohne dass die Korrespondenten jemals dort waren.

Ausschnitte aus einem lesenswerten Artikel:

Michael Franzke, viele Jahre tätig im oberen Journalimus-Management des WDR und ehmaliger Afrika-Korrespondent, [schildert], dass Abnehmerredaktionen kaum noch bereit seien, einen Beitrag ohne Originaltöne zu akzeptieren. [...] Hier beginne allerdings eine “akustische Täuschung” der Hörer.

Seien O-Töne früher Beweise dafür gewesen, dass ein Korrespondent vor Ort war, belegten sie heute oft das Gegenteil, “nämlich die Tatsache, dass der Korrespondent sein Büro gar nicht verlassen hat, andernfalls könnte er kaum so viele O-Töne bei weit entfernten Ereignissen aufgenommen und verarbeitet haben.

Sprich: Je lebendiger, je authentischer seine Berichte klingen, um so “virtueller” sind sie in aller Regel, weil sie meist aus dem Ton-Archiv stammen, wo Maschinengewehrfeuer, Hubschrauberlärm und Kampfgetümmel gefahrlos zu finden sind.”

Franzke bestätigt in Mükkes Artikel, dass er schon einige Features gehört habe,

nicht nur aus Afrika, wo der der Korrespondent nie gewesen ist. Ob die jeweilige Redaktion das wusste, bezweifle ich.

Gleichzeitig legt der Artikel nahe, dass offenbar auch da, wo Verdachtsmomente bestehen, nur unzureichend gehandelt wird.

Ein Afrika-Korrespondent des WDR ist demnach von ARD-Kollegen kritisiert worden, weil er Geräusche aus dem Archiv und fremde O-Töne ohne Quellenangaben verwendet habe. Außerdem soll er Mitarbeiter des Studios als O-Ton-Geber herangezogen haben. Beim WDR habe man das nicht hinterfragt.

Insgesamt liefert Lutz Mükkes Artikel ein trauriges Bild der Auslandberichterstattung im Hörfunk.

Die geschilderten Arbeitsweisen entsprechen den unrühmlichen Gepflogenheiten, die FAIR RADIO generell im Hörfunk beobachtet und bemängelt. Es wird Zeit, dass die Redaktionen handeln.

Der hier angesprochene Artikel "Ruhelos in Afrika" ist erschienen in
"message - Internationale Zeitschrift für Journalismus", 3-2009, S. 18 ff.
Leider gibt es keine Online-Version.

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Aus für vorgefertigte Beiträge über Pharmaprodukte?

Erstellt von Sandra Müller am 25. Oktober 2009

Unseriöse Radiosender müssen schneller mit Strafen rechnen.

Noch ist es ein billiges und vielleicht sogar gewinnbringendes Vergnügen für viele Radiostationen: Man strahlt vorgefertigte Beiträge von Pharmafirmen aus. Darin wird für Medikamente und Impfstoffe geworben. Dem Hörer wird das ganze als Journalismus verkauft. Doch ein neues Urteil des Europäischen Gerichtshofs könnte das Aus für diese Unsitte bedeuten. Denn Journalisten, die unlauter über Medikamente berichten, können jetzt schneller verurteilt werden als ihnen lieb ist. Der Grund: Bislang war den Radiomachern oft nur schwer oder gar nicht nachzuweisen, dass es sich bei den Beiträgen über Medikamente um Werbung gehandelt hat. Entscheidend war bislang nämlich, ob Geld für eine Ausstrahlung geflossen war. Das zu beweisen, war und ist im Einzelfall schwierig.

Jetzt sagt das neue Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Es muss gar kein Geld geflossen sein. Wer einseitig über Medikamente berichtet, macht sich so oder so strafbar.

Beiträge wie diese zum Beispiel, könnten Radiosender demnach teuer zu stehen kommen:

Beiträge, für die Pharmahersteller bezahlt und die viele Radiosender als unabhängigen Journalismus ausgegeben haben. Denn beide Beiträge sind im Auftrag der Pharmahersteller von einer Agentur gefertigt und zweifelsfrei als Werbebotschaften konzipiert. Redakteure, die so etwas auf Sendung nehmen oder ins Internet stellen, könnten also verantwortlich gemacht werden, auch wenn kein Geld geflossen ist.

In dem Fall, der zu dem wegweisenden Urteil des EuGH geführt hat, wurde eine Geldstrafe gegen einen dänischen Printjournalisten für rechtens erklärt. Er hatte im Internet über ein nicht zugelassenes Medikament berichtet und es als Wundermittel gegen Gicht, Diabetes, Nierensteine, usw. angepriesen. Das Urteil gilt ab jetzt als richtungsweisend und in seiner Auslegung verbindlich für alle Gerichte in der EU – also auch in Deutschland. Jetzt müssten als nur noch die Staatsanwälte in Deutschland ebenso aufmerksam agieren wie in Dänemark und fragliche Medienberichte konsequent zur Anklage bringen. Sie könnten dem gekauften Pharma-Journalismus im Hörfunk damit eine Ende machen.

Übrigens: Für kritische Hörer lohnt es sich nach diesem Urteil erst recht aufmerksam zu sein. Wenn Sie also helfen wollen, diese Form des Pseudojurnalismus zu verhindern, lassen Sie uns wissen, wenn sie fragwürdige Beiträge hören.

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Enthüllung nach Hinweisen von FAIR RADIO

Erstellt von Administrator am 8. Juli 2008

Das ARD-Magazin ″Report Mainz″ berichtet am 7.7.2008 über fragwürdige PR im Hörfunk.

Erstmals haben Insider darüber gesprochen, wie viele kommerzielle Radiostationen sich zu Handlangern von PR-Interessen machen. – Ein Stück Aufklärung, zu dem FAIR RADIO die entscheidenden Hinweise geliefert hat.

Dabei ist der dokumentierte Fall besonders heikel: Es handelt sich nämlich um gekaufte Beiträge des Bundesgesundheitsministeriums, also um politische Einflussnahme. Man könnte auch sagen Propaganda.”Report Mainz” hatte ähnliche Fälle bereits vor knapp einem Jahr aufgedeckt. Erst FAIR RADIO lieferte die Details und Hintergründe, die eine “Fortsetzung” möglich machten – darunter auch den Hinweis auf jene Informanten, die jetzt offen über die fragwürdigen Methoden in diesem Geschäft berichtet haben.

Spätestens jetzt ist klar:Viele kommerzielle Sender sind käuflich. Sie geben vorgefertigte PR-Beiträge als redaktionelle Inhalte aus. Ein Verstoß nicht nur gegen die Grundregeln journalistischer Berichterstattung, sondern gegen den Rundfunkstaatsvertrag (Paragraph 7, Absatz 3) und damit auch ein dringender Fall für die Landesmedienanstalten. FAIR RADIO findet: Es wird endlich Zeit, solche Verstöße zu ahnden.

Links zum Thema:

Und so klingen die PR-Beiträge des Gesundheitsministeriums:

Für alle, die selber noch einmal reinhören wollen:  Im Anschluss an diesen Text die Beiträge, um die es im Report Mainz-Bericht ging.

Nach unserem Dafürhalten eindeutig Beiträge, die eine journalistische Aufarbeitung vortäuschen – inklusive Umfragen (auch wenn sie für den Profi doch sehr gestellt klingen).

Wer sowas auf Sendung nimmt/genommen hat, hat – auch wenn KEIN Geld dafür geflossen ist – den Hörer hinters Licht geführt.

PS: Der ursprüngliche Link, unter dem Radiosender die Beiträge herunterladen konnten, ist inzwischen leider offline geschaltet.
Wir wurden jedoch mehrfach nach den Beiträgen gefragt und wollen sie nun weiterhin zugänglich machen, um zu verdeutlichen, was daran fragwürdig ist.

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Mehr Wahlfreiheit in der Krankenversicherung

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