TUTZINGER ETHIK APPELL – für ein glaubwürdiges Radio

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No politics – Werbung verboten

Erstellt von Martin Knabenreich am 21. September 2011

Glückwunsch! Die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) hat einen Werbespot des Thüringer Bildungsministeriums gestoppt, mit der positive Stimmung für die neue Gemeinschaftsschule gemacht werden sollte.

“in südthüringen” berichtet über den Fall

Werbung für politische Ideen ist nicht unfair, schließlich findet sie sich in den Werbeblöcken wieder und ist klar gekennzeichnet. Der Hörer wird also nicht in die Irre geführt.

Damit wäre diese Meldung also kein Thema für FAIR RADIO! – Oder doch? Weiterlesen »

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Ethik FAQ

Erstellt von Katharina Thoms am 23. Januar 2011

Fair Radio beantwortet Fragen zu ethisch-fragwürdigen Praktiken im Radio:

Fragen von Volontären, langjährigen Radiomachern, Hörern – IHRE Fragen sollen hier beantwortet werden. Wie umgehen mit einem Auftrag, mit dem man als Hörfunker Bauchschmerzen hat? Wie reagieren auf Betrug im Radio als Hörer? Hier finden Sie viele Fragen und Antworten – und wenn Ihre noch nicht dabei ist: Schicken Sie uns Ihre Ethik-Frage – Fair Radio beantwortet sie hier!

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“UnverFOREN” – radioforen.de schließt PR-kritische Diskussion

Erstellt von Katharina Thoms am 30. April 2010

radioforen.de, das ist die „Diskussionsplattform der Radioszene“. So bezeichnet sich das Portal selbst. Und die Mitschreiber stimmen sicher zu. Vieles wird hier diskutiert: Vom „Radio im Zeitalter des Internets“ bis zum „Früher war alles besser“-Thread ist alles vertreten. Vor kurzem gab es auch eine Diskussion zum Hörfunk-PR-Portal getaudio. Bitte die Vergangenheitsform beachten. GAB. Denn nach nur einem Tag wurde die Diskussion geschlossen. Ohne Begründung. Auch auf Anfrage gaben die sonst so auskunftsfreudigen Forenbetreiber keinen Kommentar.

24 Stunden Kontroverse

Was war passiert?

Nichts, was nicht jeden Tag in den radioforen geschieht. Eine Diskussion war entbrannt. Dieses Mal um Hörfunk-PR, platziert im redaktionellen Umfeld. Um getaudio und die dazugehörige Agentur Audioetage. Und um das getaudio-Dauerwerbebanner, das omnipräsent über den Radioforen flackert.

Kontrovers ging es da zu – teilweise im Minutentakt lieferten sich die Autoren einen Schlagabtausch. Und dann, nach rund 24 Stunden: Schluss, Klappe halten.

Abgewürgte Diskutanten

Oder wie es ein Forenschreiber (in einem mittlerweile neuen Thread) formuliert:

Das “wes Brot ich ess, des Lied ich sing.” wird zwar nie aus der Welt verschwinden, aber wenn die Nummer soooo deutlich wird, wie hier jetzt grade: thread nach einem Tag gestoppt (immerhin nicht gelöscht..ok) und oben drüber prangt dick das Werbebanner der betroffenen Firma…. naja!

Da wollten sich die Radioforenbetreiber wohl nicht unbeliebt machen bei der Julian Regenthal-Patzack, dem Chef von Audioetage. Der hat sicher ordentlich was springen lassen für sein Banner. Und ganz im Sinne des Umgangs mit Werbekunden würgen die offenen Diskutanten das Ganze ab. Peinlich.

Viel Spaß beim Diskutieren weiterhin!

Katharina Thoms, Stuttgart

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Kann ich mich als Moderator weigern, einen PR-Beitrag im redaktionellen Teil zu spielen?

Erstellt von Sandra Müller am 17. März 2010

Frage beim Ethik-Gespräch mit Volontären an der Evangelischen Medienakademie Düsseldorf. Die Antwort:

Sagen wir so: Man sollte. Eigentlich.  Doch gerade für freischaffende Moderatoren ist das nicht so einfach. Schließlich sind sie auf weitere Aufträge angewiesen. Sich einer redaktionellen Entscheidung zu widersetzen, ist deshalb nur was für Moderatoren mit gutem Standing und solche, die mutig sind.

Was genau in so einem Fall zu tun ist, hängt außerdem von der jeweiligen Redaktion und der Redaktionsleitung ab:

Ist sie offen für kritische Anmerkungen und ethische Fragen? Gibt es Gelegenheit zur offenen Diskussion?
Dann wäre es einen Versuch wert,…

  • das Thema einmal grundsätzlich anzusprechen. Zu fragen, inwiefern der Sender solche Beiträge einsetzen MUSS.
  • darauf hinzuweisen, dass der Einsatz solcher Beiträge journalistisch fragwürdig ist und der Glaubwürdigkeit schadet.
  • dass das Senden solcher Beiträge als Schleichwerbung gelten und damit strafbar sein könnte.
  • dass es im Widerspruch zum Rundfunkgesetz und der dort vorgeschriebenen Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten stehen könnte.

Ist die Redaktion solchen Diskussionen eher unaufgeschlossen?
Dann sollte man wenigstens versuchen, sich als Moderator so korrekt wie möglich zu verhalten und die Spielräume auszunutzen, die einem bleiben, zum Beispiel durch eine korrekte Anmoderation.

Creative
″FAQ Ethik im Hörfunk – FAIR RADIO antwortet″ von Sandra Müller, FAIR RADIO steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
Beruht auf einem Inhalt unter www.fair-radio.net.
Über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können Sie bei FAIR RADIO erhalten.

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″PR-Beiträge gehören in den Werbeblock″. Das klingt gut. Aber ist es nicht auch schon PR, wenn wir über die Eröffnung des neuen Kindergartens in unserer Stadt berichten?

Erstellt von Sandra Müller am 17. März 2010

Frage einer Volontärin beim Ethik-Gespräch mit Sandra Müller an der Evangelischen Medienakademie Düsseldorf. Sandra Müllers Antwort:

Nicht grundsätzlich. Denn zunächst einmal gilt: Ein Lokalsender soll und muss über so ein Ereignis berichten. Allerdings sollte er das unabhängig und ausgewogen tun. So verlangt es das journalistische Berufsverständnis. Nur wer das außer Acht lässt, läuft Gefahr, aus einer Kindergarteneröffnung eine PR-Nummer zu machen.

Nehmen wir zum Beispiel an, auf der Pressekonferenz zur Neueröffnung des Kindergartens preisen die Anbieter ihren Kindergarten als den ″innovativsten der Stadt″. Es ist die Rede von den ″längsten Öffnungszeiten und einem neuartigen Betreuungskonzept″.

Nehmen wir weiter an, der Reporter übernimmt diese Formulierungen in seinen Beitrag – vielleicht sogar als O-TON. Im Beitragstext werden die Aussagen wiederum weder hinterfragt noch eingeordnet. Und in der Eile hat der Reporter auch nicht die Richtigkeit der Angaben überprüft. Ergebnis ist ein Beitrag, der nichts weiter vermittelt als die ungeprüften Werbeversprechen des Kindergartens, man könnte sagen: ein PR-Beitrag.

Dabei hätte klar sein müssen: Auch die Betreiber eines Kindergartens haben Interessen. Sie wollen ihre Einrichtung im besten Licht erscheinen lassen und möglichst viele Eltern als Kunden gewinnen. Dazu dürfen sie natürlich behaupten, ihre Einrichtung sei neuartig und innovativ. Der Reporter aber müsste fragen: Ist sie das wirklich? Und ist das überhaupt entscheidend?

Was zum Beispiel, wenn die Einrichtung zwar wirklich eine Stunde länger geöffnet und mehr Erzieher hat als alle anderen Einrichtungen in der Stadt, der Kindergartenplatz dafür aber auch doppelt so teuer und für eine Durchschnittsfamilie kaum bezahlbar ist? Wäre es dann angemessen, den Kindergarten ohne weitere Details als ″den innovativsten Kindergarten der Stadt″ vorzustellen? Wohl kaum.

Wer sicher gehen will, mehr als einen PR-Beitrag zu machen, muss also fragen und hinterfragen, muss Gesagtes sachlich einordnen und bewerten – auch und gerade bei Pressekonferenzen, auch bei einem ″08/15-Termin″ wie der Eröffnung eines neuen Kindergartens.

FAIR RADIO fordert deshalb ganz generell die Rückbesinnung auf die journalistischen Pflichten. Sie dürfen nicht vernachlässigt werden, nur weil es beim Radio oft schnell gehen muss.

Die genannte Forderung ″PR-Beiträge gehören in den Werbeblock″ bezieht sich allerdings ganz konkret auf Beiträge, die von Firmen oder Lobbygruppen lanciert und zum Teil gegen Bezahlung als journalistische Beiträge ausgestrahlt werden – eine Praxis, die FAIR RADIO für Schleichwerbung hält.

Creative
″FAQ Ethik im Hörfunk – FAIR RADIO antwortet″ von Sandra Müller, FAIR RADIO steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
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DJV warnt vor Themendiensten

Erstellt von Udo Seiwert-Fauti am 4. November 2009

Bundesagentur für Arbeit bietet “interessengeleitete Beiträge” an

Jetzt bietet auch die Arbeitsagentur Radiostationen “sendefertige” Beiträge an. Seit einigen Tagen gibt es laut DJV auch einen Themendienst Print mit Artikeln und Interviews sowie Fotos. Bedingung für den kostenfreien Abdruck des Text- und Fotomaterials ist, dass die Redaktionen die Texte ohne Bearbeitungen und Änderungen übernehmen. Aus der Pressemitteilung:

“Die Bundesagentur für Arbeit versucht, die redaktionelle Berichterstattung von Zeitungen, Zeitschriften, Online-Medien und Radiosendern in ihrem Sinne zu beeinflussen”, kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Zu kritischem Journalismus gehöre die Recherche unverzichtbar dazu. Der DJV-Vorsitzende appellierte daher an die Journalisten, das von der Arbeitsagentur angebotene Material links liegen zu lassen. “Wer diese Texte, Fotos und Radiobeiträge zu den Bedingungen des Bundesagentur verwendet, ohne deutlich zu machen, dass es sich um interessengeleitete Beiträge handelt, verstößt gegen die journalistische Sorgfaltspflicht.”

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Scheinbar informiert, in Wahrheit angeschmiert

Erstellt von Sandra Müller am 25. Oktober 2009

Wie Radiosender sich zu Werbern der Pharmaindustrie machen

Nachzulesen bei www.blogmedien.de

Dort ist dokumentiert, dass mehrere Sender offenbar von der Pharmaindustrie bezahlte Beiträge gespielt haben.Diese Beiträge empfehlen eine Impfung gegen das “Zeckenvirus” FSME. Objektiv begründen lässt sich das allerdings nicht.

Außer natürlich, man will Werbung für die machen, die die Impfmittel herstellen. Und genau die haben die Beiträge offenbar auch bezahlt. Verbreitet hat die fragwürdigen Beiträge offenbar erneut die Agentur Schlenker aus Stuttgart.

Die ist als Lieferant bezahlter Werbe-Beiträge schon mehrfach aufgefallen.
Offenbar setzen nach wie vor viele Sender diese Stücke ungekennzeichnet im redaktionellen Teil ein.

Ein klarer Fall von Betrug am Hörer, findet FAIR RADIO.

Dass sich gerade die Pharmaindustrie solch fragwürdiger Werbemethoden bedient, wurde bereits bei Report Mainz berichtet.

FAIR RADIO aber findet:
Es sind auch und vor allem die Redakteure und Redakteurinnen zu verurteilen, die sich für diese Pseudo-Berichterstattung hergeben.

Bezahlte Unternehmensberichterstattung ist mehr als ein journalistisches Kavaliersdelikt.

Es wird Zeit, dass Sender, die ihre Hörer auf diese Art hinters Licht führen, endlich von den Landesmedienanstalten abgemahnt werden. Am besten öffentlich.
Die Hörer haben ein Recht zu erfahren, wer nicht sauber journalistisch arbeitet.

FOTO: WIKIPEDIA  Some rights reserved.

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Aus für vorgefertigte Beiträge über Pharmaprodukte?

Erstellt von Sandra Müller am 25. Oktober 2009

Unseriöse Radiosender müssen schneller mit Strafen rechnen.

Noch ist es ein billiges und vielleicht sogar gewinnbringendes Vergnügen für viele Radiostationen: Man strahlt vorgefertigte Beiträge von Pharmafirmen aus. Darin wird für Medikamente und Impfstoffe geworben. Dem Hörer wird das ganze als Journalismus verkauft. Doch ein neues Urteil des Europäischen Gerichtshofs könnte das Aus für diese Unsitte bedeuten. Denn Journalisten, die unlauter über Medikamente berichten, können jetzt schneller verurteilt werden als ihnen lieb ist. Der Grund: Bislang war den Radiomachern oft nur schwer oder gar nicht nachzuweisen, dass es sich bei den Beiträgen über Medikamente um Werbung gehandelt hat. Entscheidend war bislang nämlich, ob Geld für eine Ausstrahlung geflossen war. Das zu beweisen, war und ist im Einzelfall schwierig.

Jetzt sagt das neue Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Es muss gar kein Geld geflossen sein. Wer einseitig über Medikamente berichtet, macht sich so oder so strafbar.

Beiträge wie diese zum Beispiel, könnten Radiosender demnach teuer zu stehen kommen:

Beiträge, für die Pharmahersteller bezahlt und die viele Radiosender als unabhängigen Journalismus ausgegeben haben. Denn beide Beiträge sind im Auftrag der Pharmahersteller von einer Agentur gefertigt und zweifelsfrei als Werbebotschaften konzipiert. Redakteure, die so etwas auf Sendung nehmen oder ins Internet stellen, könnten also verantwortlich gemacht werden, auch wenn kein Geld geflossen ist.

In dem Fall, der zu dem wegweisenden Urteil des EuGH geführt hat, wurde eine Geldstrafe gegen einen dänischen Printjournalisten für rechtens erklärt. Er hatte im Internet über ein nicht zugelassenes Medikament berichtet und es als Wundermittel gegen Gicht, Diabetes, Nierensteine, usw. angepriesen. Das Urteil gilt ab jetzt als richtungsweisend und in seiner Auslegung verbindlich für alle Gerichte in der EU – also auch in Deutschland. Jetzt müssten als nur noch die Staatsanwälte in Deutschland ebenso aufmerksam agieren wie in Dänemark und fragliche Medienberichte konsequent zur Anklage bringen. Sie könnten dem gekauften Pharma-Journalismus im Hörfunk damit eine Ende machen.

Übrigens: Für kritische Hörer lohnt es sich nach diesem Urteil erst recht aufmerksam zu sein. Wenn Sie also helfen wollen, diese Form des Pseudojurnalismus zu verhindern, lassen Sie uns wissen, wenn sie fragwürdige Beiträge hören.

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PR im Radio und kein Ende

Erstellt von Udo Seiwert-Fauti am 8. Juli 2009

Auch die Deutsche Bahn drängte sich erfolgreich ins Programm

Nachzulesen bei www.blogmedien.de. Demnach haben Radio Hamburg und der Berliner Sender 94,3 rs2 ausführlich über und für die Bahn berichtet. Einmal mehr hatte eine Agentur die Berichterstattung und Gewinnspiele eingefädelt.

Wann reagiert endlich jemand? Denn wie kann es sein, dass die Agentur ganz offen kommuniziert:

“Deutsche Bahn von Moderatoren in gesamte Show integriert”

Die Gewinnaktionen der Deutschen Bahn präsentieren sich komplett im Gewand von Radio Hamburg und 94,3 rs2.
So werden sämtliche Trailer im Senderdesign gestaltet. Darüber hinaus führen die bekannten Moderatoren während ihrer Shows durch das Gewinnspiel und sprechen mit den Gewinnanwärtern. Auch Werbebotschaften zu Angeboten der Deutschen Bahn werden mitkommuniziert.

Weitere Informationen finden die Hörer auf den jeweiligen Sender-Websites, die über eine Verlinkung zur Website der Deutschen Bahn führen. Und sowas soll keine Schleichwerbung sein?

FAIR RADIO hofft, die Medienaufsicht wird endlich tätig.

Foto von Body-Kult: "Achtung!" (bearbeitet)
Some rights reserved. Quelle: http://www.piqs.de

Links zum Thema:

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Mutmaßliche Schleichwerbung mit und für Bankhofer auch im Radio

Erstellt von Administrator am 30. Juli 2008

Einmal mehr kamen die Beiträge von Schlenker PR

Denn offenbar war der jetzt mutmaßliche “Schleichwerber” Hademar Bankhofer bzw. MCM Klosterfrau Kunde bei radioboerse.de bzw podfm.de. Sprich: Es wurden sendefertige Beiträge in Auftrag gegeben, die z.B. das Präparat “Limptar N” vorstellen – kritiklos und ohne weitere Präparate zu nennen. Für den Hörer klangen die Beiträge journalistisch. Als PR waren sie nicht zu erkennen.

Besonders traurig im Fall des Gesundheitsexperten Bankhofer: Das Fernsehen hat nach Hinweisen aus der Blogger-Szene reagiert. Von der Verfehlungen des Hörfunks dagegen ist kaum die Rede.

Warum nur? Vor allem das Fernsehen, so scheint es, kämpft um seine Glaubwürdigkeit. Überall ist jetzt, da die Blogger von boocompany.de Hinweise auf Schleichwerbung zusammengetragen haben, von gestrichenen Fernsehauftritten Bankhofers die Rede. Der Hörfunk dagegen? Schweigt.

Dabei haben sich viele Radiostationen ebenfalls schuldig gemacht. Sie haben einmal mehr PR als Journalismus ausgegeben. Angeprangert wird das indes kaum. Vielleicht weil der Hörfunk längst auf dem Abstellgleis steht? Motto: Fernsehen gilt eh als wirkmächtiger. Was macht da so ein “bisschen” PR im Hörfunk?

Das kann man so sehen und viele Sender werden sich freuen: Glück gehabt. Der Hörfunk ist aus der Schusslinie. Doch wünschenswert wäre, dass auch die betroffenen Sender, die Radiobörse-Beiträge mit und über Bankhofer ausgetrahlt haben, sich zu Ihren Fehlern bekennen. Jetzt endlich wäre es an der Zeit umzudenken und sich einzugestehen, dass interessengleitete PR im Hörfunk nichts zu suchen hat – wenn schon nicht aus Verpflichtung gegenüber dem Hörer, dann doch wenigstens aus Sorge um den Sender. Denn wer PR-Beiträge ausstrahlt macht sich angreifbar.

Und wer weiß: Das nächste Mal listen die Blogger von boocompany vielleicht einmal die Verfehlungen von Radiostationen auf, die PR allzu sorglos ins Programm nehmen. Manchmal möchte man es sich fast wünschen.

PS: Das Video von boocompany.com ist nach juristischen Interventionen inzwischen nur noch auf deren eigener Homepage zu sehen. In dem Beitrag geht es ab 5:11 auch um Beiträge von radioboerse.de.

Weitere Beiträge, in denen Hademar Bankhofer das Präparat Limptar N von MCM Klosterfrau bewirbt.

Beitrag 1
Beitrag 2

Auch sie wurden in Radiosendern vermutlich im redaktionellen Teil gespielt.

Folgender Beitrag war im August 2007 kostenlos bei podfm.de herunterzuladen und zur Sendung freigegeben.

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Enthüllung nach Hinweisen von FAIR RADIO

Erstellt von Administrator am 8. Juli 2008

Das ARD-Magazin ″Report Mainz″ berichtet am 7.7.2008 über fragwürdige PR im Hörfunk.

Erstmals haben Insider darüber gesprochen, wie viele kommerzielle Radiostationen sich zu Handlangern von PR-Interessen machen. – Ein Stück Aufklärung, zu dem FAIR RADIO die entscheidenden Hinweise geliefert hat.

Dabei ist der dokumentierte Fall besonders heikel: Es handelt sich nämlich um gekaufte Beiträge des Bundesgesundheitsministeriums, also um politische Einflussnahme. Man könnte auch sagen Propaganda.”Report Mainz” hatte ähnliche Fälle bereits vor knapp einem Jahr aufgedeckt. Erst FAIR RADIO lieferte die Details und Hintergründe, die eine “Fortsetzung” möglich machten – darunter auch den Hinweis auf jene Informanten, die jetzt offen über die fragwürdigen Methoden in diesem Geschäft berichtet haben.

Spätestens jetzt ist klar:Viele kommerzielle Sender sind käuflich. Sie geben vorgefertigte PR-Beiträge als redaktionelle Inhalte aus. Ein Verstoß nicht nur gegen die Grundregeln journalistischer Berichterstattung, sondern gegen den Rundfunkstaatsvertrag (Paragraph 7, Absatz 3) und damit auch ein dringender Fall für die Landesmedienanstalten. FAIR RADIO findet: Es wird endlich Zeit, solche Verstöße zu ahnden.

Links zum Thema:

Und so klingen die PR-Beiträge des Gesundheitsministeriums:

Für alle, die selber noch einmal reinhören wollen:  Im Anschluss an diesen Text die Beiträge, um die es im Report Mainz-Bericht ging.

Nach unserem Dafürhalten eindeutig Beiträge, die eine journalistische Aufarbeitung vortäuschen – inklusive Umfragen (auch wenn sie für den Profi doch sehr gestellt klingen).

Wer sowas auf Sendung nimmt/genommen hat, hat – auch wenn KEIN Geld dafür geflossen ist – den Hörer hinters Licht geführt.

PS: Der ursprüngliche Link, unter dem Radiosender die Beiträge herunterladen konnten, ist inzwischen leider offline geschaltet.
Wir wurden jedoch mehrfach nach den Beiträgen gefragt und wollen sie nun weiterhin zugänglich machen, um zu verdeutlichen, was daran fragwürdig ist.

Vorfahrt für Mutter-, Vater-, Kind-Kuren

Reha-Maßnahmen werden Pflichtleistungen

Versicherungsschutz für alle

Mehr Wahlfreiheit in der Krankenversicherung

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Radiosender? Dauerwerbesender!

Erstellt von Sandra Müller am 17. Mai 2008

Wie viele Stationen ihre Hörer für dumm verkaufen.

Radio unterhält. Radio berichtet. Radio informiert. Und manchmal tut es nur so. Denn immer mehr Sender verkaufen als Journalismus, was in Wahrheit PR ist. Bezahlt von Unternehmen. Anders ausgedrückt:
Viele Radiosender sind Dauerwerbesender.

Sie berichten nicht mehr.
Sie informieren nicht mehr.
Und ihre Beiträge werden nicht mehr von Journalisten gemacht.

Die Beiträge werden stattdessen kostenfrei übernommen – von Agenturen (z.B. Schlenker PR mit den Plattformen podfm und radioboerse, audioetage, …), die sich für diese Beiträge wiederum von Unternehmen und Verbänden bezahlen lassen.

Beispiel gefällig?

Da berichtet ein Sender über die Möglichkeiten, Energie zu sparen. Doch der Beitrag stammt von www.podfm.de und bezahlt hat den Beitrag das Versandhaus QUELLE! Dessen Experte erklärt dann auch im Beitrag, wie man sich bei QUELLE zum Energiesparen schlau machen kann. Und klar: Im Anschluss weist der Moderator gerne auf die QUELLE-Internetseite hin. Zusätzlich verlinkt die Sender das Unternehmen im Netz nochmal. Der Kunde der Agentur bekommt seinen Werbeeffekt. Für den hat er bezahlt. Und der Hörer? Der will seriöse Information und glaubt, dass er die auch bekommt. In Wahrheit aber hat er einen Werbespot gehört. Nur weiß er es nicht. Denn oft wird weder auf Sendung noch im Internet darauf hingewiesen, dass die gesendeten Beiträge gekaufte Werbebeiträge sind.

Ein klarer Verstoß gegen die Richtlinien der Landesmedienanstalten und den Rundfunkstaatsvertrag. Schließlich gilt das Gebot der Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten. Aber wen kümmerts?

Hier eine kleine Liste von Sendern, die im Verdacht stehen, auf genannte Art Ihre Hörer zu täuschen:

SkyRadio Hessen, Kassel

Radio Primavera, Aschaffenburg
RPR1, Ludwigshafen
Vogtlandradio, Plauen

Diese Sender sind nachweislich Kunden bei Audioagenturen, die fertige und von Unternehmen bezahlte Beiträge liefern. Die Beiträge sind (oder waren) bei diesen Sendern auch im Netz nachzuhören. Die Screenshots beweisen: Der Vermerk “Anzeige” oder “Werbung” fehlt. Im laufenden Programm werden die Beiträge nach Aussage der Agenturen im redaktionellen Teil eingesetzt.

Mit Radio 7 hat sich nach unseren Vorwürfen eine Diskussion entsponnen. Sie finden sie als Kommentar im Anschluss an diesen Artikel.

Ein besonders dreistes Beispiel liegt uns von Antenne Niedersachsen vor. Es zeigt, wie schamlos PR-Beiträge als journalistische Berichterstattung verkauft werden. Die Aufnahme stammt aus der Eigenwerbung der PR-Audio-Agentur “audioetage”. Darin kündigt der Moderator von Hitradio Antenne Niedersachsen den übernommenen Beitrag als von “meinem Kollegen” gemacht an. Werbetrenner sind nicht eingefügt. Der Hörer hat keine Chance, die Täuschung zu erkennen.

Die Aufnahme liegt FAIR RADIO als Audiofile vor. Wir dürfen es nach Widerspruch durch die Agentur “Audioetage” aber nicht mehr hier online stellen. Außerdem hat die Agentur als Reaktion auf unsere Veröffentlichung zwischenzeitlich auch ihren Demo-Player auf der Internetseite still gelegt. Dort war das Stück bis vor kurzem für jeden zugänglich. Deshalb stattdessen hier ein Transkript der Aufnahme:

Sie beginnt mit einem freundlichen Agentursprecher, der ankündigt:

“Zunächst gehen wir nach Niedersachen zu Hitradio Antenne. Unter anderem lief dort zur Weihnachtszeit ein Beitrag, den Audioetage für Ebay produziert hat.”

Im Anschluss: der Mitschnitt von Hitradio Antenne. Dort wird der fragliche Beitrag mit folgenden Worten vom Moderator angekündigt:

“[...]Mensch, mal ganz ehrlich. Wie viele Weihnachtgeschenke haben Sie schon zusammen? Sollte Ihnen diese Frage ein schlechtes Wissen bereiten. So entschuldige ich mich dafür. Aber hier kommen die harten Fakten: Mehr als vierzig Prozent der Deutschen haben erst am 23. Dezember, also EINEN Tag vor Heilig Abend wirklich alle Geschenke zusammen. Mein Kollege Julian Regenthal-Patzak berichtet.”

Dann folgt der Beitrag von audioetage mit O-Tönen, in denen eine Kundin erklärt, wie zeitraubend doch das Weihnachtsshopping wäre und wie einfach das doch alles mit Ebay geht.

Klar: Ebay hat für diesen Beitrag bezahlt. Werbung also. Auf Sendung aber: kein Wort davon. Im Gegenteil: Der Autor des Beitrags wird ganz frech als Mitarbeiter des Hauses ausgegeben.

Kennen Sie noch mehr Sender, die solche Werbebeiträge übernehmen und als eigene Berichterstattung ausgeben? Lassen Sie es uns wissen!

Abgelegt unter Allgemein, Passiert, Notiert | 12 Kommentare »