TUTZINGER ETHIK APPELL – für ein glaubwürdiges Radio

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Wir sind nicht allein

Erstellt von Udo Seiwert-Fauti am Freitag 13. Mai 2011

Auch in der Schweiz werden die Forderungen nach Qualitätsjournalismus lauter

Das Schöne am deutschen Radio-Journalismus scheint zu sein: Kaum fordert jemand so etwas wie Ethik und Grundsatzregeln, also so wie immer wieder unsere FAIR RADIO Initiative, reicht die Reaktion von Kopfschütteln bis Zustimmung…..wobei das Erstere immer noch überwiegt… “Was sollen wir damit?,” fragen viele.

Als würden wir und andere etwas fordern, was es auf der Welt kaum geben würde.

Um nicht immer wieder die Editorial Guidelines der BBC zu zitieren, reicht vielleicht ja auch einmal ein Blick in die Regeln beim Schweizer öffentlichen -rechtlichen Radio DRS . Weiterlesen »

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BB RADIO wehrt sich erfolgreich gegen den Vorwurf der Schleichwerbung

Erstellt von Christian Zappe am Montag 9. Mai 2011

Die Programmbeschwerde gegen BB RADIO wegen des Verdachts der Schleichwerbung wurde abgewiesen. Die Landesmedienanstalt Berlin/ Brandenburg hat den Sachverhalt hinreichend überprüft.

Die beim NDR-Magazin ZAPP beschriebenen Vorwürfe gegen BB RADIO wegen des Verdachts der Schleichwerbung, waren dem Sender demnach juristisch nicht nachzuweisen. Es fehlten eindeutige Indizien, die den Tatbestand der Schleichwerbung erfüllen. Der Sender konnte die in dem Beitrag von ZAPP genannten Vorwürfe widerlegen. Außerdem fehlte eine entscheidende Aussage des Informanten gegenüber der Landesmedienanstalt.

Dieser hatte in dem Beitrag von ZAPP die Vorwürfe erhoben, war jetzt allerdings gegenüber der Landesmedienanstalt nicht mehr zu einer Stellungnahme bereit. BB RADIO ist gegen den NDR erfolgreich mit einer Unterlassungsklage vorgegangen.

FAIR RADIO hatte mit einer Mail-Aktion auf eine Untersuchung der Vorwürfe gedrängt.

 

Ergänzung 15.05.2011:
Weil es bei der Diskussion über diesen Sachverhalt auf radioforen.de Zweifel an der Quelle zu diesem Post gibt: Der Autor hat den Stand der Untersuchungen direkt bei der MABB erfragt und am Telefon die oben zusammen gefasste Auskunft erhalten.

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Live ist ein Hinhörer

Erstellt von Katharina Thoms am Donnerstag 14. April 2011

Live vor Ort - ein echter Hinhörer

“Warum gibt es keine Live-Reportagen mehr?” Das fragt sich nicht nur FAIR RADIO, sondern auch der Hörfunk-Journalist Sascha Baron. In seiner Kolumne auf radioszene.de wundert sich der erfahrene Radiomacher, warum das schnelle Medium immer weniger auf den Live-Reporter zurückgreift. Motto: Außer Fußball nix gewesen.

Live – das sei die Stärke des Radios. Auch in Zeiten des Internets könne Radio mit der prompten Vermittlung in der Live-Berichterstattung absolut punkten, schreibt Baron. Live im Radio ist einfach, schnell – und ein Hinhörer. Damit spricht er ein zentrales FAIR RADIO-Ziel an: Weiterlesen »

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NRW-Lokalradios wehren sich gegen fragwürdige Gewinnspiele

Erstellt von Sandra Müller am Dienstag 5. April 2011

Hinter den Kulissen ist von „Hörer-Verarsche“ die Rede

Das gibt es nicht alle Tage: In NRW haben sich sieben Chefredakteure schriftlich von einem Gewinnspiel distanziert, das in ihren eigenen Radioprogrammen gespielt wurde. Ein Gewinnspiel namens „Tresorknacker“, das von denen, die es präsentieren müssen, gerne mal als „Volksverdummung“  und „Hörer-Verarsche“ bezeichnet wird.

Doch jetzt wollen sieben NRW-Lokalsender nicht mehr mitspielen. Sie wehren sich gegen diese Art Gewinnspiele, die ihnen von ihrem Mantelprogamm „Radio NRW“ verordnet werden. Sieben  Chefredakteure haben dazu  mit ihren Veranstaltergemeinschaften eine Resolution verfasst, die auch FAIR RADIO vorliegt. Darin heißt es: Wenn sich nicht Grundsätzliches ändere, wolle man solchen Gewinnspielen in den relevanten Gremien keine Zustimmung mehr erteilen. Doch worum genau geht es? Weiterlesen »

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Rüge wegen Schleichwerbung für Radio Kiepenkerl

Erstellt von Administrator am Samstag 2. April 2011

Landesmedienanstalt teilt Einschätzung von FAIR RADIO.

Im Dezember hatten wir nach Hinweisen eines Hörers über unseren Verdacht auf Schleichwerbung bei Radio Kiepenkerl berichtet. Jetzt hat die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen entschieden: FAIR RADIO hat Recht. Es lag ein Fall von Schleichwerbung vor. In der Pressemitteilung dazu heißt es:

„Radio Kiepenkerl“: LfM beanstandet Programmverstoß

 

Die Ausstrahlung zweier Beiträge im Programm von „Radio Kiepenkerl“ (Kreis Coesfeld) stellen einen Verstoß gegen das Verbot der Schleichwerbung dar. Dies stellte die Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) unter dem Vorsitz von Frauke Gerlach in ihrer Sitzung am 1. April 2011 in Düsseldorf fest. In den Beiträgen ging es um die Präsentation eines neuen Automodells durch ein lokales Autohaus. Aufgrund des werblichen Charakters hätten beide Beiträge als Werbung gekennzeichnet sein müssen. Dies war unterblieben.

 

Die Medienkommission der LfM reagierte damit auf eine Programmbeschwerde der Initiative „Fair Radio“. Der Sender wird aufgefordert, den Verstoß künftig zu unterlassen.

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Ich muss als Moderator im Lokalprogramm landesweite Gewinnspiele mit gebührenpflichtigen Rufnummern ankündigen und empfinde das als fragwürdig. Wie soll ich mich verhalten?

Erstellt von Martin Knabenreich am Samstag 2. April 2011

Gewinnspiele, auch mit gebührenpflichtigen Telefonnummern, sind nicht grundsätzlich ein Problem, sondern in vielen Sendern auch ein belebendes Element. Es ist nicht grundsätzlich verwerflich, wenn ein Sender auf diese Weise Einnahmen erzielt.

Ein Problem entsteht erst, wenn über die Gewinnchancen getäuscht wird. Zum Beispiel bei den drei mitteldeutschen Privatsender Radio PSR (Sachsen), Radio SAW (Sachsen-Anhalt) und Landeswelle Thüringen oder auch bei den NRW-Lokalradios:

Dort wurden und werden Gewinnspiele landesweit gespielt, der Hörer bekommt aber den Eindruck, das Spiel würde nur in seinem kleinen Sendegebiet veranstaltet. Er muss von anderen Gewinnwahrscheinlichkeiten ausgehen. Es macht einen gravierenden Unterschied, ob man an einem Gewinnspiel mit 18 Millionen potenziellen Mitspielern (Einwohnerzahl NRW) teilnimmt oder am „Radio Reinstadt“-Gewinnspiel mit z.B. 250.000 potenziellen Mitspielern.

FAIR RADIO findet deshalb: Auf die wirkliche Gewinnwahrscheinlichkeit sollte explizit in der Anmoderation hingewiesen werden.

Beispiele für Anmoderationen:

„Machen Sie jetzt mit bei unserem landesweiten Gewinnspiel. Rufen Sie jetzt an!“

 

„Einen Hörer in Nordrhein-Westfalen machen wir gleich glücklich. Vielleicht Sie? Rufen Sie jetzt an!“

 

„Die 45 NRW-Lokalradios lassen in dieser Stunde wieder Geld regnen. Wir schalten jetzt in unsere Gewinnspielzentrale nach Oberhausen zu meinem Kollegen XY!“

Vermieden werden müssen verwirrende und falsche Zuordnungen. Beispiel aus dem NRW-Gewinnspiel „Tresorknacker“ im Januar 2011.

Folgende Aussage ist zum Beispiel  irreführend und falsch:

„Hier neben mir steht der Radio Reinstadt-Tresor, den Sie jetzt knacken können. Sie brauchen nur die richtige Kombination. Rufen Sie jetzt an!“

Eine derartige Anmoderation wäre nur vertretbar, wenn es sich um ein lokales Spiel handelt und tatsächlich ein „lokaler“ Tresor im Sender zu öffnen ist. Der Eigennamen „der Radio Reinstadt-Tresor“ wäre andernfalls unbedingt zu vermeiden!

Im Falle des NRW-Gewinnspiels müsste es also z.B. heißen:

„In unserem NRW-Gewinnspielstudio steht jetzt der Tresor, den Sie knacken können! Rufen Sie jetzt an!“

oder

„Von Münster bis Bonn, von Aachen bis Minden. 45 Lokalradios haben für unseren Gewinnspiel-Tresor zusammengelegt. Und Sie können ihn öffnen. Rufen Sie jetzt an!“

Die gesetzlich vorgeschriebenen Hinweise zu den Kosten und den Ausschlüssen (kein Auszahlung an Minderjährige) sind selbstverständlich.

 

 

Creative
″FAQ Ethik im Hörfunk – FAIR RADIO antwortet″ steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
Beruht auf einem Inhalt unter www.fair-radio.net.
Über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können Sie bei FAIR RADIO erhalten.

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FAIR RADIO unterstützt das Projekt RADIO STARTER

Erstellt von Udo Seiwert-Fauti am Samstag 19. Februar 2011

Angehende Hörfunker sollen früh lernen, wie’s (auf)richtig geht.

Auf Anfrage des Evangelischen Medienhauses in Frankfurt werden wir aktiv in die „Radio-Ausbildung neben Schule oder Uni“ einsteigen. Die Hörfunkschule Frankfurt hat dafür in Zusammenarbeit mit vielen Partnern das Projekt RADIO STARTER entwickelt. FAIR RADIO-Unterstützer werden als Dozenten mitarbeiten.

Denn die Erfahrung hat uns gelehrt, dass wir vielgleisig fahren müssen, um alte wie junge Radiomacher davon zu überzeugen, dass ein Radio der Zukunft ehrlich, transparent und nachvollziehbar sein muss. Wir haben uns deshalb entschieden, noch stärker in die Radiojournalisten-Ausbildung einzusteigen, als wir das bislang sowieso schon getan haben.

Je eher junge KollegInnen etwas von „Ethik im Radiojournalismus“ erfahren, je eher sie auch von Problemen und Grenzüberschreitungen hören, – und zwar von Leuten „mitten aus dem Radio“ -, umso genauer werden sie in ihrer Radiozukunft wissen, was NICHT zu tun ist. Sie werden sich entschlossener gegen Praktiken wenden können, die heute noch weit verbreitet sind (Stichwort u.a.: „gekaufte Beiträge“).

Bei RADIO STARTER werden Schüler und Studenten in 18 Monaten intensiver Ausbildung durch vor allem jungen KollegInnen hautnah erfahren und lernen, was Radio heute ausmacht und was sie auch unter wirtschaftlichen und finanziellen Zwängen im deutschen wie europäischen Radio erwartet. Sie werden Praxis und Theorie im Radio kennenlernen. Beginnen soll das Projekt im Sommer 2011. FAIR RADIO ist mit Freuden dabei.

Und wer immer sonst uns für z.B. Ausbildungs- und Studiengänge für Journalisten braucht, der sollte sich melden. Wir bieten Dozenten aus der Praxis mit Erfahrungen aus dem Radioalltag.

Udo Seiwert-Fauti

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Ethik FAQ

Erstellt von Katharina Thoms am Sonntag 23. Januar 2011

Fair Radio beantwortet Fragen zu ethisch-fragwürdigen Praktiken im Radio:

Fragen von Volontären, langjährigen Radiomachern, Hörern – IHRE Fragen sollen hier beantwortet werden. Wie umgehen mit einem Auftrag, mit dem man als Hörfunker Bauchschmerzen hat? Wie reagieren auf Betrug im Radio als Hörer? Hier finden Sie viele Fragen und Antworten – und wenn Ihre noch nicht dabei ist: Schicken Sie uns Ihre Ethik-Frage – Fair Radio beantwortet sie hier!

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Mit Live-Betrug ins neue Jahr

Erstellt von Katharina Thoms am Montag 10. Januar 2011

RPR1 sendet und die Mitarbeiter machen gleichzeitig Party

RPR1 ist offenbar ein arbeitnehmerfreundlicher Sender. Denn zwischen den Jahren musste dort kaum jemand arbeiten. Die Moderatoren durften ihre Sendungen für Silvester und Neujahr schon mal vorher aufzeichnen. Und dann gemütlich feiern gehen. Fair Radio findet: ein klassischer Fall von Hörerbetrug!

Hörer haben den Fall in einem Forum aufgedeckt:
Während über die Webcam weit und breit niemand im Studio zu sehen war, forderte der RPR1-Moderator Hörer auch noch zum Mitmachen auf! Eingespielte Hörerwünsche und gefakte Neujahrsgrüße rundeten die Sache offenbar ab.

Bei radioforen.de kann man die Einzelheiten zum RPR1-Betrug nachlesen

Fair Radio hat RPR1 deswegen um eine Stellungnahme gebeten – bisher ohne Antwort. Immerhin: Auf eine Höreranfrage zu dem Fall hat RPR1 offenbar reagiert – und den Betrug zugegeben.

Laut einem bei radioforen.de geposteten Schreiben ließ der Sender wissen:

Wir haben zwischen Weihnachten und an den Feiertagen tatsächlich einige Sendungen aufzeichnen müssen. […] Gerade zwischen den Jahren möchten wir unseren Mitarbeitern aber, so weit es geht, Urlaub ermöglichen. Deswegen greifen wir in diesen seltenen Fällen auf die Vorproduktion zurück. Wir möchten uns entschuldigen, dass unser Moderator Frank Simoleit da etwas zu sehr vorgeprescht ist und den Eindruck erweckt hat, die Sendung sei live.

Das ist zwar ehrlich. Aber es klingt kaum nach Einsicht. Und nach „selten“ klingt tagelange Vorproduktion mit offenbar eingespielten Hörerwünschen auch nicht. Sondern nach planmäßigem Hörerbetrug.

Katharina Thoms

Mehr zum Thema: Was nicht wirklich live ist, wird auch nicht als live verkauft.

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Willkommen bei FAIR RADIO

Erstellt von Administrator am Montag 10. Januar 2011

Wir sind eine Initiative von Radiomachern und -hörern, die sich für mehr Glaubwürdigkeit im Hörfunk einsetzt.

Wir haben uns im Jahr 2007 nach einem Radio-Workshop der “Bundeszentrale für politische Bildung” in Tutzing gegründet.

Dort ging es unter anderem um Ethik im Hörfunk.

Weil wir im Laufe der Gespräche auf viele Ungereimtheiten gestoßen sind, die wir Radiomacher täglich erleben und vielfach auch selbst produzieren, haben wir im Anschluss an den Workshop den TUTZINGER APPELL formuliert.

Seitdem werben wir für mehr Fairness im Radio. In unseren Redaktionen, bei Verbänden und Tagungen, in Medienakademien und Seminaren und natürlich bei IHNEN!

Deshalb: Wenn Sie als Radiomacher oder -hörer Fragen haben, sprechen Sie uns an. Wenn Sie Ideen, Anregungen oder Kritik haben, lassen Sie es uns wissen. Und wenn Sie uns unterstützen wollen, unterzeichnen Sie den Appell.

Denn Radio kann nur so gut sein, wie wir es gemeinsam machen.

Ihr FAIR RADIO-Team.

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FAIR RADIO wünscht erholsame Tage und ein gutes Neues

Erstellt von Sandra Müller am Donnerstag 23. Dezember 2010

Möge 2011 erfrischend werden.

Frische Ideen dafür haben wir bereits. Denn FAIR RADIO wird in den nächsten Wochen mit einer neuen Seite online gehen.

Sie wird noch mehr als bisher, konkrete Tipps für Radiomacher geben. Wir werden verstärkt Fragen aus dem Radioalltag beantworten. Und die Antworten werden zeigen, dass und wie sich FAIR RADIO Tag für Tag umsetzen lässt.

Einen Vorgeschmack darauf gibt es schon jetzt.

Und was haben wir sonst 2010 gemacht und 2011 vor?

Wir haben zusammen mit anderen Radiomachern die Idee eines Radiosiegels erfolgreich auf den Weg gebracht. Schon 2011 soll es erstmals an private Radiosender vergeben werden, die ihre Volontäre vorbildlich ausbilden. Unser Vertreter Udo Seiwert-Fauti hat erreicht, dass dabei auch ethische Standards im Sinne von FAIR RADIO bewertet werden.

Außerdem waren wir 2010 erneut Teil der Volontärsausbildung an der Medienakademie Düsseldorf und werden es auch weiterhin sein. Sandra Müller bringt jungen Radiomachern dort nahe, wie man ganz praktisch FAIR RADIO macht.

Wenn Sie an Ihrer Akadmie oder in ihrer Redaktion ebenfalls Interesse an einer Ethik-Beratung haben, lassen Sie es uns wissen.

Wir sind auch 2011 für Sie da.

Ihr FAIR RADIO-Team

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Radio Kiepenkerl macht Schleichwerbung

Erstellt von Sandra Müller am Samstag 4. Dezember 2010

Zwei bezahlte Beiträge liefen ohne Werbetrenner – ″Versehentlich″, sagt der Sender.

Anfang November erreichte uns die Mail eines aufmerksamen Hörers aus NRW. Darin hieß es:

″Ich lobe NRW ja immer als fast schleichwerbefrei – aber was ist das da bei Radio Kiepenkerl?″

Es folgte der Hinweis auf zwei Beiträge, in denen der neue Ford Mondeo über den grünen Klee gelobt wurde – inklusive Verweis auf ein lokales Autohaus in Dülmen. Werbetrenner fehlten. Stattdessen fanden sich die Beiträge auch auf der Internetseite von Radio Kiepenkerl – samt Bild des Autohauses und auch im Netz nicht als Werbung gekennzeichnet.

Schleichwerbung also? FAIR RADIO urteilt: ja. Und auch Radio Kiepenkerl gibt zu: Diese Werbebeiträge hätte so nicht gesendet werden dürfen. Aber die Ausstrahlung sei ein Versehen gewesen.

Andreas Kramer, Chefredakteur bei Radio Kiepenkerl, gab sich am Telefon schuldbewusst. Da liege wohl menschliches Versagen vor. Jemand habe vergessen, den Beitrag als Werbebeitrag zu markieren. Mehr könne er dazu nicht sagen. Kann ja mal vorkommen.

Das stimmt. Aber warum hat ein und dieselbe Moderatorin gleich ZWEI Beiträge derselben Machart jeweils ohne Werbetrenner anmoderiert? Dass es sich um Werbebeiträge handelte, hätte beim Vorhören eindeutig auffallen müssen. Schließlich kamen die Stücke als Fahrkritik daher, waren aber eindeutig werberisch getextet.

Der Mondeo wurde zum Beispiel als ″vernünftiger Wagen″ gelobt, ″mit dem Fahren Spaß macht″, ″auf Chefwagenniveau″, ″echt gut″, ″wirkt besser als Mitbewerber″, ″hier fühl ich mich sofort wohl″, ″so etwas hat es bei Ford seit dem Capri nicht mehr gegeben″, usw..
Einzelne Features wurden hervorgehoben: Fahrspurassistenten, Frontscheibenheizung, etc., Preisangaben inklusive.

Beide Male wurde der Mondeo mit speziellen Hinweisen auf ein Autohaus in Dülmen angekündigt. In einem Fall wurde sogar hervorgehoben, dass das Dülmener Autohaus eine Special Edition anbietet.

Reporter war ein freier Mitarbeiter, der nach Angaben von Radio Kiepenkerl auch redaktionell für den Sender arbeitet. Selbst WENN die Beiträge also korrekt im Werbeblock gelaufen wären, ist nach Ansicht von FAIR RADIO darin eine problematische Vermischung von journalistischer Berichterstattung und Werbung zu sehen, die auch der Presserat verurteilt.

Übrigens: Strafbar hat sich durch die versehentliche Schleichwerbung bei Radio Kiepenkerl nicht nur der Sender gemacht. Auch Moderatorin und Reporter selbst könnten zur Rechenschaft gezogen werden. Das sollten sich Radiomacher, die um schleichwerberische Vorgänge in ihren Sendern wissen, stets bewusst machen.

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“Hörfunker” veröffentlichen Radio-Guidebook

Erstellt von Martin Knabenreich am Samstag 10. Juli 2010

Jahrelang haben sie an einem Radiokodex gearbeitet, die “Hörfunker” der Bundeszentrale für politische Bildung. Vergleichbar zum Pressekodex sollte er ethische Standards definieren – am besten als Selbstverpflichtung für Radiomacher. Jetzt haben sie eine abgespeckte Version vorgestellt: Das Radio-Guidebook. Ob das weiterhilft? Ja, findet Martin Knabenreich, Chefredakteur von Radio Bielefeld und FAIR RADIO-Unterstützer:

Nicht zu glauben, was ich höre…
Wer braucht ethische Standards für die Radioarbeit?

Gerne sprechen Radiomacher vom „Kino im Kopf“ wenn es um die Wirkung der eigenen Arbeit geht. Warum dann nicht auch wie im realen Kino „Special Effects“ und Täuschungen einsetzen, zumal es Kosten sparen und Wirkungen erhöhen kann? Ist es ethisch verwerflich, wenn ein Journalist akustische Elemente in seinen Beitrag einbaut?
Wer auf diese Fragen schnelle Antworten hat, versteht weder das Problem, noch das tägliche Radiogeschäft. Was nämlich in einem Fall kreative Freiheit ist, kann in anderem Zusammenhang Betrug am Hörer sein.

Das Radio-Guidebook: mehr als Verbote.

Eine Hilfestellung will das Radio-Guidebook des Projektteams Hörfunk anbieten. Es verbietet nicht, sondern sorgt für Trennschärfe! Es hilft, journalistische Kompetenz von PR zu unterscheiden, ohne aber kommerzielle Interessen der Sender anzuprangern.

Das Radio-Guidebook: Stütze der Glaubwürdigkeit

Ein Bekenntnis zu diesen ethischen Grundsätzen dient den Hörern und damit den Radiomachern. Die Glaubwürdigkeit eines Programms hängt eben auch davon ab, welcher gesellschaftliche Wert der Mediengattung „Hörfunk“ überhaupt eingeräumt wird: Dudel- und Ramschradio oder eben doch verlässlicher Tagesbegleiter der Hörer? Ich habe mich bei dieser Frage entschieden und daher unterstütze ich auch die Idee des Radio-Guidebook!

Martin Knabenreich
Chefredakteur Radio Bielefeld
FAIR RADIO-Unterstützer

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Medienanstalt versichert: Vorwürfe gegen BB Radio werden geprüft

Erstellt von Christian Zappe am Freitag 18. Juni 2010

Die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg hat FAIR RADIO am 16.Juni.2010 mündlich zugesichert, dass sie die beim NDR-Magazin ZAPP beschriebenen Vorwürfe gegen BB Radio wegen des Verdachts der Schleichwerbung selbstverständlich juristisch in aller Ausführlichkeit prüfen werde und ihren Beitrag als Kontroll- und Prüfungsinstanz der TV- und Radiosender leisten möchte. Sollte der Verdacht gegen BB Radio sich als richtig darstellen, wird es Konsequenzen geben.Eine Sprecherin sagte gegenüber FAIR RADIO:
“Selbstverständlich möchten die Kontrolleure der Medienanstalt ihren Beitrag für ein faires und glaubwürdiges Radio leisten und werden FAIR RADIO selbstverständlich in der Sache unterstützen und neue Erkenntnisse des Verfahrens mitteilen.”

Schließlich sei die „Kontrolle“ der privaten
Rundfunksender gerade unsere Aufgabe und der werde man auch ausdrücklich nachkommen. Anderenfalls wäre die Landesmedienanstalt überflüssig, heißt es weiter.

FAIR RADIO möchte sich an dieser Stelle bei der Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg für die freundliche Unterstützung bedanken!

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Schau genau: FAIR RADIO fordert Aufklärung der Vorwürfe gegen BB RADIO

Erstellt von Sandra Müller am Sonntag 13. Juni 2010

Foto von Heinz Hasselberg: "155 Beim Okularisten" Some rights reserved. Quelle: www.piqs.deIhre Mail an die Medienkontrolleure kann helfen

Wahr oder nicht wahr? Das müssen jetzt die Medienkontrolleure klären.

Denn klar ist bislang nur: Seit das NDR-Medienmagazin ZAPP Unschönes über BB RADIO berichtet hat, kämpft der Sender um sein Image.

Per Mail hat er Medien, die über den ZAPP-Bericht berichtet haben, rechtliche Schritte angedroht – so auch FAIR RADIO.

Unsere ursprüngliche Forderung nach genauerer Untersuchung bleibt davon aber unberührt.

Im Gegenteil: Sie wird um so dringlicher. Denn jetzt erst recht ist der neutrale Blick der Medienaufsicht gefragt.

Und SIE können dieser Forderung per Mail Nachdruck verleihen.

Vorbild für das weitere Vorgehen könnten die britischen Medienaufseher der OFCOM sein. Die nämlich haben 2008 eine Strafe in Höhe von 115.000 Pfund gegen die BBC verhängt weil der Sender erfundene Gewinner und fingierte Mitspieler auf Sendung genommen hatte. In Wahrheit indes hatten die Hörer gar keine Chance mehr auf Gewinne.

Vorbildlich scheint dieser Fall, weil die OFCOM dem Fall vom ersten Verdachtsmoment an nachgegangen ist und ihre Untersuchungen öffentlich dokumentiert hat.

FAIR RADIO wünscht sich eine ähnlich konsequente und öffentlich nachvollziehbare Untersuchung durch die zuständige Medienanstalt Berlin-Brandenburg auch im jetzt akuten Streit zwischen ZAPP und BB RADIO.

Deshalb: Unterstützen Sie unsere Forderung nach konsequenter Aufklärung der Vorgänge bei BB RADIO.

Mailen Sie jetzt.

Foto von Heinz Hasselberg: ″155 Beim Okularisten″
Some rights reserved. Quelle: http://www.piqs.de

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