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Radio Kiepenkerl macht Schleichwerbung

Erstellt von Sandra Müller am Samstag 4. Dezember 2010

Zwei bezahlte Beiträge liefen ohne Werbetrenner – ″Versehentlich″, sagt der Sender.

Anfang November erreichte uns die Mail eines aufmerksamen Hörers aus NRW. Darin hieß es:

″Ich lobe NRW ja immer als fast schleichwerbefrei – aber was ist das da bei Radio Kiepenkerl?″

Es folgte der Hinweis auf zwei Beiträge, in denen der neue Ford Mondeo über den grünen Klee gelobt wurde – inklusive Verweis auf ein lokales Autohaus in Dülmen. Werbetrenner fehlten. Stattdessen fanden sich die Beiträge auch auf der Internetseite von Radio Kiepenkerl – samt Bild des Autohauses und auch im Netz nicht als Werbung gekennzeichnet.

Schleichwerbung also? FAIR RADIO urteilt: ja. Und auch Radio Kiepenkerl gibt zu: Diese Werbebeiträge hätte so nicht gesendet werden dürfen. Aber die Ausstrahlung sei ein Versehen gewesen.

Andreas Kramer, Chefredakteur bei Radio Kiepenkerl, gab sich am Telefon schuldbewusst. Da liege wohl menschliches Versagen vor. Jemand habe vergessen, den Beitrag als Werbebeitrag zu markieren. Mehr könne er dazu nicht sagen. Kann ja mal vorkommen.

Das stimmt. Aber warum hat ein und dieselbe Moderatorin gleich ZWEI Beiträge derselben Machart jeweils ohne Werbetrenner anmoderiert? Dass es sich um Werbebeiträge handelte, hätte beim Vorhören eindeutig auffallen müssen. Schließlich kamen die Stücke als Fahrkritik daher, waren aber eindeutig werberisch getextet.

Der Mondeo wurde zum Beispiel als ″vernünftiger Wagen″ gelobt, ″mit dem Fahren Spaß macht″, ″auf Chefwagenniveau″, ″echt gut″, ″wirkt besser als Mitbewerber″, ″hier fühl ich mich sofort wohl″, ″so etwas hat es bei Ford seit dem Capri nicht mehr gegeben″, usw..
Einzelne Features wurden hervorgehoben: Fahrspurassistenten, Frontscheibenheizung, etc., Preisangaben inklusive.

Beide Male wurde der Mondeo mit speziellen Hinweisen auf ein Autohaus in Dülmen angekündigt. In einem Fall wurde sogar hervorgehoben, dass das Dülmener Autohaus eine Special Edition anbietet.

Reporter war ein freier Mitarbeiter, der nach Angaben von Radio Kiepenkerl auch redaktionell für den Sender arbeitet. Selbst WENN die Beiträge also korrekt im Werbeblock gelaufen wären, ist nach Ansicht von FAIR RADIO darin eine problematische Vermischung von journalistischer Berichterstattung und Werbung zu sehen, die auch der Presserat verurteilt.

Übrigens: Strafbar hat sich durch die versehentliche Schleichwerbung bei Radio Kiepenkerl nicht nur der Sender gemacht. Auch Moderatorin und Reporter selbst könnten zur Rechenschaft gezogen werden. Das sollten sich Radiomacher, die um schleichwerberische Vorgänge in ihren Sendern wissen, stets bewusst machen.

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