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Archiv für Dezember, 2010

FAIR RADIO wünscht erholsame Tage und ein gutes Neues

Erstellt von Sandra Müller am 23. Dezember 2010

Möge 2011 erfrischend werden.

Frische Ideen dafür haben wir bereits. Denn FAIR RADIO wird in den nächsten Wochen mit einer neuen Seite online gehen.

Sie wird noch mehr als bisher, konkrete Tipps für Radiomacher geben. Wir werden verstärkt Fragen aus dem Radioalltag beantworten. Und die Antworten werden zeigen, dass und wie sich FAIR RADIO Tag für Tag umsetzen lässt.

Einen Vorgeschmack darauf gibt es schon jetzt.

Und was haben wir sonst 2010 gemacht und 2011 vor?

Wir haben zusammen mit anderen Radiomachern die Idee eines Radiosiegels erfolgreich auf den Weg gebracht. Schon 2011 soll es erstmals an private Radiosender vergeben werden, die ihre Volontäre vorbildlich ausbilden. Unser Vertreter Udo Seiwert-Fauti hat erreicht, dass dabei auch ethische Standards im Sinne von FAIR RADIO bewertet werden.

Außerdem waren wir 2010 erneut Teil der Volontärsausbildung an der Medienakademie Düsseldorf und werden es auch weiterhin sein. Sandra Müller bringt jungen Radiomachern dort nahe, wie man ganz praktisch FAIR RADIO macht.

Wenn Sie an Ihrer Akadmie oder in ihrer Redaktion ebenfalls Interesse an einer Ethik-Beratung haben, lassen Sie es uns wissen.

Wir sind auch 2011 für Sie da.

Ihr FAIR RADIO-Team

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Radio Kiepenkerl macht Schleichwerbung

Erstellt von Sandra Müller am 4. Dezember 2010

Zwei bezahlte Beiträge liefen ohne Werbetrenner – ″Versehentlich″, sagt der Sender.

Anfang November erreichte uns die Mail eines aufmerksamen Hörers aus NRW. Darin hieß es:

″Ich lobe NRW ja immer als fast schleichwerbefrei – aber was ist das da bei Radio Kiepenkerl?″

Es folgte der Hinweis auf zwei Beiträge, in denen der neue Ford Mondeo über den grünen Klee gelobt wurde – inklusive Verweis auf ein lokales Autohaus in Dülmen. Werbetrenner fehlten. Stattdessen fanden sich die Beiträge auch auf der Internetseite von Radio Kiepenkerl – samt Bild des Autohauses und auch im Netz nicht als Werbung gekennzeichnet.

Schleichwerbung also? FAIR RADIO urteilt: ja. Und auch Radio Kiepenkerl gibt zu: Diese Werbebeiträge hätte so nicht gesendet werden dürfen. Aber die Ausstrahlung sei ein Versehen gewesen.

Andreas Kramer, Chefredakteur bei Radio Kiepenkerl, gab sich am Telefon schuldbewusst. Da liege wohl menschliches Versagen vor. Jemand habe vergessen, den Beitrag als Werbebeitrag zu markieren. Mehr könne er dazu nicht sagen. Kann ja mal vorkommen.

Das stimmt. Aber warum hat ein und dieselbe Moderatorin gleich ZWEI Beiträge derselben Machart jeweils ohne Werbetrenner anmoderiert? Dass es sich um Werbebeiträge handelte, hätte beim Vorhören eindeutig auffallen müssen. Schließlich kamen die Stücke als Fahrkritik daher, waren aber eindeutig werberisch getextet.

Der Mondeo wurde zum Beispiel als ″vernünftiger Wagen″ gelobt, ″mit dem Fahren Spaß macht″, ″auf Chefwagenniveau″, ″echt gut″, ″wirkt besser als Mitbewerber″, ″hier fühl ich mich sofort wohl″, ″so etwas hat es bei Ford seit dem Capri nicht mehr gegeben″, usw..
Einzelne Features wurden hervorgehoben: Fahrspurassistenten, Frontscheibenheizung, etc., Preisangaben inklusive.

Beide Male wurde der Mondeo mit speziellen Hinweisen auf ein Autohaus in Dülmen angekündigt. In einem Fall wurde sogar hervorgehoben, dass das Dülmener Autohaus eine Special Edition anbietet.

Reporter war ein freier Mitarbeiter, der nach Angaben von Radio Kiepenkerl auch redaktionell für den Sender arbeitet. Selbst WENN die Beiträge also korrekt im Werbeblock gelaufen wären, ist nach Ansicht von FAIR RADIO darin eine problematische Vermischung von journalistischer Berichterstattung und Werbung zu sehen, die auch der Presserat verurteilt.

Übrigens: Strafbar hat sich durch die versehentliche Schleichwerbung bei Radio Kiepenkerl nicht nur der Sender gemacht. Auch Moderatorin und Reporter selbst könnten zur Rechenschaft gezogen werden. Das sollten sich Radiomacher, die um schleichwerberische Vorgänge in ihren Sendern wissen, stets bewusst machen.

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