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EGAL hat Recht. Ihr stellt alle unter Generalverdacht
Michael Grasser, --, Berlin
Ich weiß nicht ob ihr Journalisten seid, das entsprechende Handwerk beherrscht ihr jedenfalls nicht! Eurer Satz:
„Dabei haben sich viele Radiostationen ebenfalls schuldig gemacht. Sie haben einmal mehr PR als Journalismus ausgegeben.“
Ist nicht belegbar! Dabei bleibt es! „EGAL hat recht!“ Ihr Stellt eine ganze Branche unter Generalverdacht, und mehrer hundert Redakteure dazu! Ich arbeite seit mehr als 10 Jahren im privaten Hörfunk, habe bei sieben großen Sendern gearbeitet. Nie, aber auch wirklich NIE haben wir Beiträge von Schlecker eingesetzt! Warum? Weil sie durch ihre aufdringliche Werbung nicht sendbar sind! Meine Bitte: Stellt Euren Artikel richtig! Ob Ihr Euch entschuldigt ist zwar Eure Sache, würde dem Ruf dieser Initiative aber wohl durchaus helfen, denn das Grundanliegen ist RICHTIG und GUT!
Antwort von FAIR RADIO:
Zum Vorwurf des ″Generalverdachts″
Uns tut es ausgesprochen leid, wenn seriöse Radiomacher und solche, die sich Gedanken machen über die Problematik, sich angegriffen fühlen.
Denn dann hätten wir defintiv die Falschen getroffen.
Wir betonen deshalb gerne ausdrücklich, dass es viele Sender gibt, die kein PR-Material einsetzen und sich korrekt verhalten.
Dennoch ändert das nichts an der Gesamtsituation, die auch Helmut Volpers vom Institut für Informationswissenschaft an der FH Köln in seiner Studie ″Public Relations und werbliche Erscheinungsformen im Radio″ schon beschrieben hat.
Er spricht in punkto Hörfunk und PR von einem ″Infiltrationsprozess der Public Relations in den Kernbestand journalistischer Kommunikationsinhalte″.
In einem ZDF-Beitrag bei frontal21 sagte er dazu:
″Ich finde, dass die Lage in den letzten Jahren dramatisch geworden ist.
Dass vor allen Dingen kleine Hörfunkstationen in zunehmenden Maße entsprechende PR-Beiträge in ihrem Programm verwenden und dass darunter die Glaubwürdigkeit des Mediums Hörfunk leidet.″
Der Generalverdacht ist also längst eine offen beschriebene GeneralPROBLEMATIK.
Und die betrifft uns ALLE. Auch und gerade die, die faires Radioprogramm machen wollen.
Das Erstaunen muss also erlaubt sein:
Warum schlägt der Fall Bankhofer im Fernsehen Wellen?
Warum bemühen sich die Sender dort um ihre Glaubwürdigkeit?
Warum ziehen Fernsehredaktionen Konsequenzen oder kommunizieren zumindest, dass sie über den Fall beraten (haben)?
Warum schreiben Zeitungen, die mit Bankhofer arbeiten, offen über ihr weiteres Vorgehen?
Und warum bleibt der Hörfunk im Unterschied dazu sprachlos?
Bankhofer war und ist auf einigen Radiosendern zu hören (gewesen) - ob mit vorgefertigten PR-Beiträgen oder als fester Interviewpartner.
Dennoch findet öffentlich darüber keine kritische Auseinandersetzung statt - anders als bezüglich seiner Fernsehauftritte.
Es bleibt dabei: Wir mögen mit unserem Artikel provozieren, aber der Hörfunk braucht dringend eine Diskussion über dieses Thema und MEHR Selbstkritik, nicht weniger - selbst wenn man dazu
erst einmal das eigene Nest beschmutzen muss.
Denn ja: Viele FAIR RADIO-Unterstützer sind selbst Radiomacher, öffentlich-rechtlich UND privat. (siehe Liste der Unterzeichner)
PS an Herrn Grasser: Wir hätten Ihnen gerne auch persönlich geantwortet. Leider bekommen wir unter der angegebenen E-Mail-Adresse immer eine Fehlermeldung. Schade.
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