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TUTZINGER APPELL
für ein glaubwürdiges Radio (FAIR RADIO)
In Radioprogrammen wird heute nicht selten getrickst und betrogen, werden Hörer bei Gewinnspielen an der Nase herumgeführt und in Informationssendungen für dumm verkauft.
Wir - kritische Hörfunkjournalistinnen und –journalisten - fordern daher, die Glaubwürdigkeit unseres Mediums wieder zu stärken. Nur ein Radio, das seine Hörer nicht belügt, wird als Medium im digitalen Zeitalter bestehen können!
Hiermit rufen wir alle Kolleginnen und Kollegen in privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern auf, folgende Leitlinien zu unterstützen und umzusetzen:
| 1. | | Recherche muss vor Schnelligkeit gehen. |
| 2. | | Es wird nichts vorgegaukelt, was nicht tatsächlich so ist (der Reporter, der angeblich vom Ort des Geschehens berichtet, tatsächlich aber im Studio sitzt; der Verkehrsreporter, der vorgibt, aus einem Verkehrsflieger zu berichten) |
| 3. | | Was nicht wirklich live ist, wird auch nicht als live verkauft. |
| 4. | | PR-Beiträge gehören in den Werbeblock und nicht ins redaktionelle Programm. |
| 5. | | Nachrichtensendungen werden nicht vorher aufgezeichnet. |
| 6. | | Mogeleien bei Gewinnspielen sind tabu. |
Ein glaubwürdiges Qualitäts-Radio muss wieder unser Ziel sein !
Ein „FAIR RADIO“ sind wir uns und vor allem unseren Hörerinnen und Hörern schuldig !
Teilnehmer der Tagung „Radio Zukunft 2010“, organisiert von der Akademie für politische Bildung, Tutzing, und der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn.
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